Montag, 27. Juli 2015

Inter-Religiöse Räume der Stille - Impulse und Entwicklungen (aktualisiert)



1. Sabine Kraft: Räume der Stille.
Eine Studie des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart,
Philipps-Universität Marburg.
Marburg: Jonas 2007, 111 S., Abb. --- ISBN 13: 978-3-89445-379-4 ---
Trauerraum
Universitätsklinikum
Regensburg

Auf den Flughäfen fing es an, aber auch Krankenhäuser, Schulen, ja inzwischen sogar Fußballstadien haben einen Ort des Rückzugs, Räume der Stille. Im Blick auf die Vielfalt der Besucher sind viele dieser Räume nicht nur einer Religion gewidmet, sondern offen für alle Menschen, die einen Ort der Besinnung, des Nachdenkens und des Gebets brauchen. 
Schon im Jahr 2000 erschien ein Beitrag von Gisela Groß: Religionen Raum geben - multireligiöse Räume der Stille (in: H.-Chr. Goßmann / A. Rotter (Hg.): Interreligiöse Begegnungen. Ein Lernbuch für Schule und Gemeinde. Hamburg: E.B. Verlag, S. 267-276).

Es war sehr zu begrüßen, dass das Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Philipps-Universität Marburg diese Entwicklung aufmerksam verfolgte. Unter seinem damaligen renommierten Leiter, Prof. Dr. Horst Schwöbel erschien darum im Jahre 2007 die hier angezeigte Studie. 
Die Architektin Sabine Kraft hat exemplarisch Räume der Stille untersucht, zuvor aber eine grundsätzliche Differenzierung der jeweiligen Raumtypen der Stille vorgenommen. So erhält sie im 1. Teil ihres Buches Interpretationsmuster, die zum besseren Verständnis für Intentionen und Realisierung von Räumen der Stille dienen können. Sie stellt vor:
  • Kapellen und andere Religionsräume: Diese tragen einen starken konfessionellen bzw. konfessionell ökumenischen Charakter, auch wenn sie für alle offen sind. Sie sind auf spezielle Lebensbedürfnisse hin ausgerichtet (z.B. im Krankenhaus).
  •  Multireligiöse Räume der Stille versuchen dadurch den auf seine/ihre Weise Andacht Suchenden gerecht zu werden, indem sie bestimmte „Nischen“ jeweils einer Religion zuordnen. Das Problem ist hier die gleichmäßige Repräsentation aller in diesem Raum dargestellten Religionen bzw. derer, die nicht dargestellt sind.
  • Multifunktionale (interreligiöse) Räume der Stille verzichten auf eine religiöse Zuordnung und geben höchstens diskrete Möglichkeiten für die liturgischen bzw. rituellen Bedürfnisse der Religionsangehörigen (z.B. ein architektonisch indirekter Hinweis auf die Gebetsrichtung nach Mekka).
  • Universale Räume der Stille versuchen ihre generelle Offenheit auch architektonisch anzuzeigen, sie sind eher „leere“ Räume, die durch die jeweilige religiöse Praxis „gefüllt“ werden.
  • Holistische Räume der Stille sind eine Weiterführung der universalen Räume, bisher auch kaum realisiert. Die Konzentration auf die Mitte ist jedoch entscheidend, und das sparsame Dekor darf nicht in irgendeine religiöse oder weltanschauliche Richtung führen.
Am Schluss ihrer grundsätzlichen Überlegungen fragt die Autorin, ob es eine Architektur der Stille gibt (S. 40ff). Sie bezieht sich zitierend auf Justin Kroesen, der sagt: „Als Phänomen in einer dynamischen spirituellen Landschaft fordert die Einrichtung von Stillen Räumen klare Entscheidungen in Bezug auf die verwendete Bildsprache und Symbolik“ (bei Kraft zitiert S. 53).
Mit diesen Vorgaben hat Sabine Kraft eine Reihe unterschiedlicher Räume untersucht, und zwar im Blick auf Kirchen und Klöster, in Hinsicht auf Krankheit und Sterben („Pflege und Abschied“). Sie schaut sich aber auch den Raum der Stille im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt ebenso wie das Kirchencenter auf der Frankfurter Messe an, und zwar im Sinne öffentlicher Räume (ein wenig unscharf unter der Überschrift „Staat und Wirtschaft“). Unter den Stichworten „Reisen und Rasten“ steht die Autobahnkirche Wiesbaden-Medenbach im Vordergrund und ein Gedenkraum auf dem Flughafen Düsseldorf. Schließlich kommen im Kontext von „Freizeit und Kultur“ die Kapelle „Auf Schalke“ und der Raum der Stille im Brandenburger Tor, Berlin, in den Blick. Schwarz-weiß-Fotos illustrieren die Texte. Allerdings können sie den jeweiligen Raumeindruck nur sehr unvollkommen wiedergeben. Einige dieser Räume sind aus dramatischen Ereignissen heraus entstanden wie der Raum der Stille im Gutenberg-Gymnasium Erfurt (aus dem Jahre 2005), das durch die Bluttat eines Schülers im April 2002 ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet. Die Schule wurde danach völlig umgestaltet. So lässt sich dieser neu eingerichtete Raum auch als ein Stück Aufarbeitung des Geschehenen sehen. Ebenfalls stehen furchtbare Erfahrungen hinter dem Gedenkraum des Flughafens Düsseldorf, eine überkonfessionelle Stätte in Erinnerung an die Brandkatastrophe von 1996.
Es versteht sich von selbst, dass die von Sabine Kraft ausgewählten Beispiele nur ein kleines Spektrum einer Vielzahl von Meditationsräumen in Europa darstellen. Ihre Beschreibung ist vorsichtig nüchtern einschätzend. Dennoch versucht sie in ihrer Schilderung die Besonderheiten des jeweiligen Raumes hervorzuheben und Architektur mit Nutzung und der Bedeutung von „Stille“ zu verbinden. Sie ermutigt dazu, die jeweiligen mehr oder minder gelungenen Beispiele im Sinne der vorgestellten Struktur als kleines Kriterienraster an die Hand zu nehmen und damit zu weiterem Nachdenken für die Einrichtung solcher Räume zu ermutigen.
Es erscheint sinnvoll, nach mehreren Jahren, auf diese Arbeit erneut hinzuweisen. Unsere Gesellschaften sind in einer derart starken Veränderung, so dass religiöse Bedürfnisse mehr und mehr außerhalb traditioneller Eingrenzungen gestillt  werden. Die großen Religionen haben hier eine besondere Verantwortung.

Wie die Diskussionen und Realisierungen weiter gehen, zeigt sowohl der Blick in verschiedene (inter-)religiöse Räume, auch im Sinne der Weiterentwicklung von spirituellen Lernorten, vgl. dazu:

2. Viele Religionen - ein Raum?! 

Im Juli 2013 fand an der Universität Marburg eine bemerkenswerte Tagung unter diesem Thema statt. In Verbindung mit der Herbert-Quandt-Stiftung ist nun nicht nur dazu der Tagungsband erschienen, sondern eine weiterführende Bilanz der bei dieser Konferenz angesprochenen Themenschwerpunkte:

Viele Religionen - ein Raum?!

Analysen, Diskussionen, Konzepte - Mit Beiträgen von: Markus Schroer, Alexander-Kennith Nagel, Bärbel Beinhauer-Köhler, Ute Verstegen, Alina Bloch, Stephanie Matthias, Rudolf Steinberg, Gerda Hauck-Hieronimi, Gregor Hohberg, Roland Stolte, Wilfried Kuehn, Christian Meyer, Christa Frateantonio.
Berlin: Frank & Timme 2015, 240. S. --- ISBN 978-3-7329-0065-7---
Rezension: hier

Bericht zum (inter-)religiösen Feierraum in Taunusstein-Wehen (mit Fotos)

 3. Religiöse Orte in Berlin 

Thomas Götz / Peter Eichhorn (Texte) / Anna Homburg / Darijus Burneika (Fotos):
BERLIN. Sakrale Orte
.
Grebennikov 2010, 160 S., Abb., Adressenverzeichnis und Register

Reinhard Kirste
 Rz-Kraft, 22.03.07, letzte Aktualisiert 14.01.13 und 16.07.15

Dienstag, 21. Juli 2015

Das 2. Vatikanische Konzil und seine Reform-Wirkungen



Peter Ebenbauer / Rainer Bucher / Bernhard Körner (Hg.):
Zerbrechlich und kraftvoll.
Christliche Existenz 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanum.

Innsbruck-Wien: Tyrolia 2014, 232 S. 

--- ISBN 978-3-7022-3350-1 ---
Kurzrezension: hier

Ausführliche Beschreibung
Dieser Band – aus einer Vorlesungsreihe an der Universität Graz entstanden – erinnert an die durch das 2. Vatikanische Konzil vor 50 Jahren in Gang gekommenen Veränderungen in der katholischen Kirche. Eine intensivierte Wahrnehmung richtet sich sowohl auf kirchliches „Binnenverhalten“ als auch auf eine veränderte Sichtweise nach „Draußen“. Der Liturgiewissenschaftler Peter Ebenbauer, der Pastoraltheologe Rainer Bucher und der Dogmatiker Bernhard Körner (alle von der Universität Graz, wie auch die meisten AutorInnen) bleiben darum nicht rückblickend stehen, vielmehr: „Dieses Buch bietet eine gegenwarts- und zukunftsorientierte Besinnung auf das Programm des Konzils … Die folgenden Beiträge bieten nicht Kirchengeschichte und auch nicht Jubelstimmung – bei aller Dankbarkeit für das Konzil. Sie wollen dazu beitragen, was Papst Franziskus eindrucksvoll einmahnt, nämlich das Konzil als aufstörenden und motivierenden Wegbegleiter wahrzunehmen“ (S. 7).

Damit setzen die BeiträgerInnen in diesem Buch Signale zu kirchlichen Veränderungen zwischen der Zerbrechlichkeit von Reformimpulsen und Ermutigung zu neuen Wegen. Das zeigt auch die Auswahl der Schwerpunkte mit den vier Konzilskonstitutionen Lumen gentium, Gaudium et spes, Sacrosanctum Concilium, Dei Verbum sowie mit dem Ökumenismusdekret: Unitatis reintegratio inter universos Christianos. Betont sei auch die klare Dialogöffnung der Kirche hin zu den anderen Religionen: Nostra Aetate.
Schon im ersten Beitrag stellt Bernhard Körner die Orientierungsfrage „Woher komme ich? Wohin gehe ich?“ Nach einem knappen geschichtlichen Abriss seit dem 1. Vatikanischen Konzil betont er die Funktion einer Kirche „die sich auf einem Pilgerweg weiß“ (S. 17), der unterschiedliche Ausprägungen hat. Die Gläubigen als Minderheit in der Welt machen ihre Gottesbeziehung in der Solidarität mit der sie umgebenden Gesellschaft glaubwürdig. Der Pastoraltheologe und Mitherausgeber Rainer Bucher konzentriert sich auf Gaudium et spes, um das dort formulierte neue Pastoralverständnis genauer zu erläutern: Es ist wesentlich mehr als das Seelsorgehandeln des Priesters zu sehen, es bedeutet zugleich eine Neubestimmung des Handelns in Wirtschaft, Kultur, Politik und internationalen Beziehungen (S. 41): Darauf hat sich Kirche angesichts der „andrängenden Zukunft“ (Zitat Karl Rahner, S. 45) zu besinnen.
Der Mitherausgeber Peter Ebenbauer und der Liturgiewissenschaftler Basilius J. Groen bedenken die Folgen der konziliaren Liturgiereform. Sie blenden dazu die Vorgeschichte im 20. Jahrhundert ein und zeigen an der Konstitution Sacrosanctum Concilium, dass die Liturgie kontinuierlicher Erneuerung bedarf. Mehr und mehr muss der Gemeinschaftscharakter des Volkes Gottes hervorgehoben werden (gegen eine Monopolisierung durch den Klerus), um in der Pluralität von Gottesdiensten Befreiung, Hoffnung und Vertrauen zu erfahren (S. 64). Aus protestantischer Sicht fällt im Vaticanum II (endlich!) die verstärkte Betonung der originalen Glaubensquelle auf und damit die nicht zu unterschätzende Bedeutung der Schriftauslegung. Der Neutestamentler Josef Pichler sieht im Horizont der Konszilskonstitution Dei Verbum, dass unter dem Leittext von 1. Johannes 1,2–3 die Bibelwissenschaft die Spannung zwischen Schrift und Offenbarung positiv nutzen kann. Dadurch entsteht oft ein fruchtbares Neuverständnis im Sinne einer spirituellen Intensivierung. Pichler verdeutlicht dies an der Geschichte der Emmausjünger (Lukas 24,13–49).
Einen epochalen Durchbruch im Sinne einer ökumenischen Horizonterweiterung bietet die Konzilserklärung Nostra Aetate. Sie eröffnet, wie die Religionswissenschaftlerin Ulrike Bechmann betont, eine universale Orientierung (S. 106f). Der Text gründet auf einem biblischen Schöpfungsverständnis, welches das Heilsangebot Gottes auf alle Menschen bezieht. Natürlich muss dabei der christliche Wahrheitsanspruch bedacht werden (vgl. Joh 14,6), aber die Welt umfassende Liebe Gottes ist das entscheidende Movens, das die Christen zu realisieren haben. Damit „proklamiert das Konzil den interreligiösen Dialog … als Teil ihres (= der Kirche) ekklesiologischen Selbstvollzugs und ihrer Identität“ (S. 117). So hat die katholische Kirche hier eine zukunftsfähige Haltung entwickelt, auch wenn über diesen Beitrag hinaus gefragt werden muss, ob es reicht, dass andere Religionen nur „Wahrheit enthalten … die >alle Menschen erleuchtet<“ (S. 108 mit Zitat aus der Nostra Aetate).
An der Frauenfrage kann die Pastoraltheologin Hildegard Wustmann zeigen, wie genau Johannes XXIII. die „Zeichen der Zeit“ beachtete und mit dem Begriff des Aggiornamento eine bleibende Aufgabe nach innen und außen formulierte (S. 124–127). Gottesebenbildlichkeit aller Menschen (vgl. Gaudium et spes 29) „ist eine bedeutsame Basis, die in besonderer Weise das Wirken von Frauen in der Kirche autorisiert“ (S. 135). Ob allerdings bei den Mitgliedern des Volkes Gottes zwischen dem gemeinsamen Priestertum der Gläubigen und dem Priestertum des Dienstes im bisherigen Kontext von Klerus und Laien „zuordnend“ unterschieden werden kann (S. 128f), bleibt aus protestantischer Sicht äußerst fraglich. Aufmerken lässt ein Zitat eines der wesentlichen „Architekten“ des Vaticanum II, nämlich Karl Rahner: „Die Kirche wird in mancher Hinsicht, neue, bessere und zeitgemäßere Formen des Verhältnisses zwischen Klerus und Frau entwickeln müssen“ (zitiert S. 135). Die Autorin sieht im Vaticanum II dafür bereits einen Schlüssel, der aber bisher kaum benutzt wurde.
Neben der neuen Sicht auf die Frauen durch das Vaticanum II insgesamt hebt Elisabeth Pernkopf die beeindruckende Gestalt der Alltagsmission von Madeleine Delbrêl heraus. Sie war von der Erfahrung des Außenseiterseins und zugleich von unbedingter Solidarität und Weggefährtenschaft, besonders mit den „Durchwanderern und Landstreicherinnen“ (S. 155), mit den „Leute von der Straße“ (S. 154), geprägt. Die Autorin bezieht sich dabei sehr deutlich auf das Buch von Annette Schleinzer: „Madeleine Delbrêl. Liebe ist unsere einzige Aufgabe“.    
  Vgl. die Rezension:
http://buchvorstellungen.blogspot.de/2015/01/buch-des-monats-februar-2015-madeleine.html
In dieser Darstellung von Schleinzer werden besonders die Impulse von Madeleine Delbrêl für das Konzil selbst und mehr noch für die Nachkonzilszeit hervorgehoben. Die Pastoralkonstitution Gaudium et spes im Sinne eines Glaubens in der Nächstenliebe wirkt von daher wie eine Anstiftung direkt aus dem Evangelium Jesu Christi. Auf diese Pastoralkonstitution, besonders ihren 2. Teil, bezieht sich auch der Sozialethiker Leopold Neuhold. Er betont den unmittelbaren Zusammenhang: “Heilsdienst ist Weltdienst“ und beruft sich dabei auch auf beeindruckende Vorarbeiten katholischer Sozialethiker wie z.B. Friedhelm Hengsbach. Anders formuliert: eine christliche Soziallehre macht den „Blick frei auf die Werteckpunkte, die eine Veränderung der Gesinnung auch durch den Bezug auf religiös-ethische Werte erreichen und gerade damit verengende technokratische Modelle aufsprengen helfen“ (S. 165). So gilt es „im Sozialen christliche Werte zur Umsetzung zu bringen“ (S. 174). Vom daher versteht sich Kirche als bewusst in der Welt, aber nicht von der Welt.
Mit dem Vaticanum II bleiben jedoch auch eine Reihe von binnenkirchlichen Fragen. Die Katholizität der Kirche setzt letztlich die eine Kirche voraus, die es aber in der geschichtlichen Realität nie gegeben hat. Der Ökumeniker Pablo Argárate fragt nach einem Blick auf die „Ökumenischen Konzilien“ der Alten Kirche, was ein „ökumenisches Konzil“ wirklich auszeichnet (S. 183). Unter Bezug auf die Kirchenkonstitution Lumen gentium geht es im Ökumenismusdekret um die „Wiederherstellung der Einheit“ der Kirche (S. 186), denn man muss eingestehen, dass sich die Kirche Jesu Christi nicht mit der Katholischen Kirche gleichsetzen lässt“ (S. 187). Allerdings ist festzustellen, dass nach den ökumenischen Aufbrüchen in den 60er und 70er Jahren manche Experimente und Öffnungsversuche zurückgefahren worden sind. Immerhin gibt es mit den Kirchen der Reformation inzwischen die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre (1999). Kontraproduktiv wirkte dagegen Dominus Iesus im Jahre 2000. Kardinal Walter Kasper versuchte das dort verneinte wahre Kirchsein der anderen Kirchen mit dem Begriff „Kirche eines anderen Typs“ (S. 192) abzufangen. Insgesamt bleiben für die Zukunft und die Einheitsgestaltung von Kirche viele Fragen offen, aber es gibt keinen Weg zurück!
Der letzte Beitrag des Frankfurter Systematiker Siegfried Wiedenhofer ist eine knappe Analyse der gegenwärtigen Situation der Katholischen Kirche: Sie befindet sich in einer epochalen Übergangszeit. Nach der Meinung des Autors helfen hierbei allerdings nicht polemische Gegenüberstellungen progressiver Positionen etwa der von Hans Küng gegen den Konservativismus Karl Joseph Ratzingers (S. 205). So versucht der Autor fast die Quadratur des Kreises, indem er Extrempositionen in der katholischen Kirche die Schärfe zu nehmen versucht. Denn ihm liegt sehr an einem Glaubens-Verstehen im Sinne einer gemeinsamen katholisch-theologischen Hermeneutik. So ist eigentlich keine Revision des Konzils nötig, sondern eine Absage an alle exklusivistischen Ansprüche der jeweiligen Glaubensprägungen, die er als traditionalistisch, progressistisch und charismatisch-spirituell umschreibt. Wiedenhofer – durchaus dem hermeneutischen Denkhorizont Ratzingers nahe – scheint mir angesichts der „Zeichen der Zeit“ die starken kirchenreformerischen Impulse des Vaticanum II etwas einzuebnen.
Im Zusammenhang der hier vorgelegten meist kritischen, aber auf Zukunft ausgerichteten Zwischenbilanz, möchte ich auf ein Ereignis am Rande des Vaticanum II hinweisen, das ziemlich vergessen wurde: der sog. Katakombenpakt. 40 Konzilsväter (später folgten etwa 500 Bischöfe) legten sich bei einer Messfeier in der Domitilla-Katakomnbe eine Selbstverpflichtung auf – im Sinne einer kritischen Lebensprüfung und einer konsequenten „Option für die Armen“. Dort heißt es z.B. unter 2.: „Wir verzichten ein für allemal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung … und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall … gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen.“ Insofern kann ich an dieser Stelle denn doch Siegfried Wiedenhofer zustimmen, der sich eine Revision des Konzils im Sinne „einer veränderten Weiterführung in einer neuen geschichtlichen Situation“ erhofft (S. 215). Es sieht so aus, als habe Papst Franziskus hier bereits die ersten Schritte eingeleitet.
Was insgesamt an kirchenreformerischer Fortsetzung des Vaticanum II wieder aufblühen könnte, ist nicht nur für die katholische Kirche von Bedeutung, sondern überhaupt für die Glaubwürdigkeit christlicher Existenz im 21. Jahrhundert.
Reinhard Kirste
Rz-Ebenbauer-Vaticanum II, 21.07.15 

Mittwoch, 15. Juli 2015

Erneut im Blickfeld: Religiöse Sinnstiftungen und Kirche




Wilhelm Gräb: Religion als Deutung des Lebens.  
Perspektiven einer Praktischen Theologie gelebter Religion.
        
Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2006, 207 S., Namenregister
--- ISBN 3-579-05237-3 ---

Wilhelm Gräb, Professor für Praktische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, beschäftigt sich in seinem Buch „Religion als Deutung des Lebens“ vor allem mit dem Thema der Religion und ihrer Bedeutung für das Leben heutiger Menschen in einer säkularen Gesellschaft. Von daher untersucht er Religion als Sinndeutung für den Einzelnen. Welche Rolle spielen dabei die „Kasualien“, die besonderen „Fälle“ und die jeweiligen Rituale als Übergangsriten für das menschliche Dasein und welchen Zugang zur Religion ermöglichen sie im Blick auf den Religionsunterricht der Schule? Damit ist zugleich die Frage nach der Relevanz einer kirchlichen Seelsorge gestellt.
Vor allem den einzelnen Kasualien lässt Gräb eine hohe Bedeutung zukommen und sieht sie als Chance, Religion attraktiv zu gestalten und sich als Praktische Theologie für den einzelnen Menschen zu entfalten.

Gräb betont, dass vor allem die Religion in der heutigen Gesellschaft zu einer Art Patchwork-Religiosität geworden ist. Dies erklärt er anhand dessen, dass Menschen Religion oft über die Institution Kirche definieren. Die Kirche scheint nicht mehr zeitgemäß zu sein, sie formuliert Anforderungen oder Dogmen, und die Menschen können oder wollen sich damit nicht mehr identifizieren. Weiter fordert Gräb Veränderungen in der Kirche, um (wieder) attraktiv für die Menschen zu sein, damit sie ihnen als Ort der Sinnstiftung ihres Lebens und als Deutungsmöglichkeit des Daseins erscheinen kann. Die Kirche sollte darum, laut Gräb, eine Praktische Theologie vertreten, die Mitglieder der Gemeinde sowohl als Individuen, als auch als Gemeinschaft, wahrnehmen und stärken. Vor allem eine Praktische Dogmatik der Rechtfertigungslehre würde jedem Menschen seinen unendlichen Wert, sowie eine vorbehaltlose Anerkennung seiner selbst garantieren. Die Kirche als Institution sollte somit ein Ort sein, wo  religiöse und ästhetische Erfahrungen in der Gemeinschaft gelebt werden können. Die Kirche und damit Religion überhaupt sollte somit ein Ort sein, der sich ganz selbstverständlich mit der Offenbarung Gottes auseinandersetzt, dies aber in lebensgeschichtlicher Relevanz für jeden Einzelnen tut. Die christliche Religion sollte sich nicht als eine Religion der Regeln und Verbote zeigen, sondern als Religion der Liebe zwischen Gott und seinen Menschen. Dabei betont Gräb, dass Religion nur dann auch sinnstiftend für den Menschen erscheint, wenn sie sich selbst von ideologischer Befangenheit befreit und selbstkritisch auf die Fragen des Lebens antwortet. Gerade weil Menschen Kirche oft negativ und dogmenlastig auffassen, versuchen sie eine Distanz zur Kirche zu wahren. Dies meint jedoch nicht, dass Menschen sich von der Religion und dem Glauben an sich distanzieren. Gerade in Phasen der Unsicherheit oder in Übergangssituationen suchen Menschen Antworten im Glauben, sinnstiftende Rituale und Vergewisserung des eigenen Selbst. Gerade praktische Religiosität wird von den Menschen nicht wahrgenommen, sondern unbewusst gelebt. Es werden Fragen nach einem sinnvollen Leben gestellt und nach Antworten gesucht. Gräb geht dabei kritisch mit der Institution Kirche um und fordert zu einem Umdenken auf, um für den Menschen als Kirche da sein zu können. Weiter fasst er auch jedes Individuum als in sich starkes Wesen auf, welches autonom darüber entscheidet, inwiefern Kirche und Glaube zu seinem Leben gehören oder nicht. Aufgrund des fehlenden gesellschaftlichen Drucks, an der Kirche teilzuhaben, gestalten Menschen ihre Religiosität selbst, sie suchen sich die für sie passenden Angebote heraus, ohne jedoch den Glauben ganz auszuschließen. Dies bezieht Gräb jedoch nicht auf alle Mitglieder der Gesellschaft.

Die christliche Kirche stellt sich faktisch als ein Anbieter von Angeboten auf dem Markt dar, wobei Gräb eine harte Konkurrenz im säkularen Bereich nicht negiert, sondern diese bewusst thematisiert und Möglichkeiten für die christlichen Kirchen sucht, sich auf diesem Markt zu behaupten. Dabei sieht er gerade im Bereich der Kasualpraxis der Kirche eine Möglichkeit, die Menschen zu erreichen, ihnen sinnstiftende Übergangsrituale anzubieten und diese symbolträchtig zu feiern. Gerade der Einbezug der veränderten Welt für den Menschen macht die Überlegungen von Gräb leicht nachvollziehbar. Nun haben die Vollzüge von Passageriten der Kirche ihren Verpflichtungscharakter verloren. Obwohl die Menschen sich nicht mehr in den klassischen Gruppen der Gesellschaft wie Klasse, Herkunft oder Milieu bewegen, ist dieser Verpflichtungsgrad der feierlichen Kasualpraxis nicht ganz verloren gegangen, aber doch sehr auf individuelle Lebenslagen und bewusste Entscheidungen reduziert. Dabei geht Gräb von einer relativ demokratischen und freien Gesellschaft aus, wobei die Fragen der Soziologie der Gesellschaft, ihre doch oft einander ausschließenden Faktoren wie Herkunft oder Behinderung ausführlicher hätten bedacht werden sollen. Dies lässt sich wahrscheinlich auf die Kürze des Buchs und ihren nicht soziologischen, doch eher theologischen Schwerpunkt der Sinndeutung der Religion für die Menschen beziehen.

Religiöse Rituale werden dann weiter als Kasualien verstanden, die nicht für jeden gleichbedeutend sind. Das heißt, Emotionalität scheint dann bei der Wahl der Angebote den entscheidenden Faktor ausmachen. Weiter werden auch neben den religiösen Schwellenritualen liminoide Freizeitrituale genannt. Dies sind den christlichen Übergangsriten ähnliche Angebote, jedoch werden diese ohne Gottesbezug gestaltet und von dem Ethnologen Victor Turner (1920-1983) als bloße Freizeitbeschäftigungen wie den Kino- oder Konzertbesuch beschrieben ("Mußegattungen", S. 75), ganz ohne Verpflichtungen und unter dem bloßen Spaßfaktor. Um diesen oft sinnleeren Angeboten entgegen zu wirken, müsste die Kirche ihre Kasualpraktiken individuell gestalten, sollte jedoch dabei beim Vollzug des Rituals den begründenden Offenbarungscharakter nicht vergessen. Damit schließt Gräb die Kritik ein, dass die Kirche nicht zu einer Individualkirche verkommen darf, aber dennoch um ihrer selbst willen, sich den Bedürfnissen der Menschen anpassen muss.

Gräb beschreibt im weiteren Verlauf des Buchs die einzelnen Übergangsrituale und ihre Bedeutung für den Menschen, sowie die Umsetzung dieser in einer Praktischen Theologie. Das Ritual der Taufe stellt er als Kasualie der Geburtlichkeit dar, wobei die Feier der Dankbarkeit des göttlichen Geschenks des Lebens im Vordergrund steht. Gräb diskutiert die immer noch aktuelle Frage nach dem Für und Wider der Kindertaufe. Dabei beleuchtet er die theologischen Aspekte der Taufe, das Taufverständnis der Bibel und ihrer Umsetzung in den Evangelien. Weiter berücksichtigt Gräb die Perspektive der Menschen, vor allem der Eltern. Der Taufritus ist dabei in der Argumentation der Eltern vor allem theologisch zu deuten. Einerseits wünschen sich Eltern die Feier der Geburt ihres Kindes, wobei die Eltern nicht immer aktive Mitglieder der Kirche sind. Andererseits wird die bewusste Entscheidung der Eltern, ihrem Kind den Segen Gottes von Geburt an mit auf den Weg zu geben, beschrieben. Weiter gibt es Eltern, welche ihr Kind im christlichen Sinne erziehen wollen, dem Kind aber die Entscheidung zur Taufe und dem damit einhergehenden Bekenntnis, überlassen. Gräb beschreibt übrigens kein Äquivalent zur Kindertaufe im säkularen Bereich.

Dies wird aber deutlich bei der Kasualie der Mündigkeit, der Konfirmation, getan. Hier geht der Autor auf die christliche Konfirmation ein, auch die Jugendweihe findet Erwähnung. Gerade um den wichtigen Übergang der Kindheit ins Erwachsenenalter zu vollziehen, werden für Jugendliche Angebote der Feier dieses Übergangs konzipiert. Im evangelischen Rahmen wird dabei die Konfirmation als bewusste Entscheidung für die Kirche angesehen, der Jugendliche bekennt sich zum Glauben und der Gemeinde. Als Grundstein dafür wird jedoch die freie Entscheidung des Jugendlichen verstanden, wobei dies bereits die Freiheit eines Christenmenschen darstellen kann. Dabei sollen vor allem in der Vorbereitung der Konfirmation, also den meist wöchentlichen Treffen, die Jugendlichen dazu befähigt werden, das Christentum als gelebte Religion wahrzunehmen, so dass sie sich individuell, gesellschaftlich und kirchlich entwickeln können. Dabei merkt Gräb an, dass die Kirche sich wirklich den Jugendlichen zuwenden muss, um als Anbieter des Übergangsrituals attraktiv zu bleiben. Die auch hier geäußerte Kritik, dass die Kirche sich nicht mehr am biblischen Auftrag, sondern am Subjekt orientiert, nimmt Gräb auf und formuliert dem entgegen, dass die Kirche ohne eine attraktive Jugendarbeit sich selber auflösen würde. Er fordert darum eine theologische Legitimation der Service-Kirche, um gerade mit dieser Kritik umzugehen.

Die Trauung als Kasualie der Liebe wird seit der Einführung der Ziviltrauung 1876 als eben dieses Ritual gefeiert, der Zweck der Zeremonie ist in sich selbst zu verorten. Die Macht der Liebe, sowie auch schwierige Situationen der Vergangenheit und vor allem der Zukunft sollen thematisiert werden und mit Gottes Hilfe und Segen gemeistert werden. Gräb beschreibt dabei, dass das Paar eine bewusste Entscheidung der Feier seiner Liebe vor Gott trifft, um gerade für die Ehe Kraft durch Gott zu bekommen und Angst, sowie auch Trauer, durch die symbolische Loslösung von der Herkunftsfamilie, zu verarbeiten. Gräb findet jedoch zu dem Thema des Traurituals keine vergleichbaren säkularen Tendenzen, weil offensichtlich auch nicht-kirchliche Trau-Feiern auch religiös geprägte Liturgien und Abläufe beinhalten.

Die Kasualie der Sterblichkeit schließt den Kreis der durch die Kirche angebotenen Übergansrituale. Dabei formuliert Gräb ganz deutlich einen Wandel der Gesellschaft, welcher sich durch eine hohe Anonymität und Betonung der Privatsphäre auszeichnet. Er beschreibt, dass der Umgang mit dem Tod in einer Gesellschaft auch immer anzeigen würde, wie mit dem Leben umgegangen wird. Die kirchliche Bestattung wird von Gräb schon fast als Sonderfall beschrieben. Gerade in den Städten würden unübersichtliche Strukturen eine anonyme Beisetzung begünstigen. Dabei geht Gräb auch auf kirchliche Bürokratien und Abhängigkeiten ein und kritisiert, dass die Bestattungen oft nicht von den Bedürfnissen der Trauernden bestimmt würde, sondern eher von den Zeitplänen der Friedshofverwaltung oder den kommunalen Leichenhallen. Aber gerade in dieser schmerzvollen Zeit brauchen Menschen das Bestattungsritual als Trost und Stärkung für das eigene Ich, um für das Weiterleben Hilfe zu erfahren. Dabei darf der Kirche nicht die Gefahr des frommen Geredes unterlaufen. Sie kann nicht einfach angesichts des Todes die Auferstehung und den Sieg über den Tod proklamieren, sondern diese Auferstehungshoffnung ist als Trost anzusprechen und nicht als Belehrung. Schließlich kann man die Bitterkeit und die schmerzvollen Aspekte des Todes nicht negieren. Die Angehörigen bedürfen einer Feier des Lebens für die verstorbene Person, die das Fragen nach dem Sinn des Todes einschließt.

So formuliert der Theologe Gräb die Kasualien immer im Zusammenhang mit ihren sinnstiftenden Momenten für jedes Individuum und betont vor allem den Appell an die Kirche, sich dafür als Ort zu verstehen.

Der Autor beschreibt zum Schluss einige Perspektiven des Religionsunterrichts und der Seelsorge. Dabei betont er vor allem, dass ein für die Schülerinnen und Schüler interessanter Religionsunterricht offen für Fragen und Kritik sein muss. Den Schülerinnen und Schülern muss erlaubt sein, Fragen nach ihrem eigenen Ich in der Perspektive der Religiosität stellen zu dürfen und sich religiös selbst zu reflektieren. Sie sollen dazu befähigt werden, selbst auf die Suche zu gehen, Fragen zu stellen, Antworten zu finden und wieder zu verwerfen. Weiter führt Gräb ein Beispiel an, wie im Religionsunterricht anhand von biblischen Geschichten (Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, Mt 20, 1-16) gearbeitet werden kann.

Im letzten Abschnitt des Buches beschreibt er, wie wichtig eine seelsorgerliche Arbeit als religiöse Kommunikation in der Praxis lebensgeschichtlicher Sinndeutungen ist. Gerade in verwirrenden und lebenswichtigen Phasen des Lebens, wo das Fragen nach dem Sinn so existentiell erscheint, ist doch der Verweis auf das Vertrauen zu Gott oft die letzte Hoffnung.

So beschreibt Gräb besonders im Hinblick auf die Rituale der Übergangssituationen, wie Religion praktisch umgesetzt und gelebt werden kann. Gerade um die Wichtigkeit der Kasualien für die Deutung des eigenen Lebens, zu verstehen, gibt Wilhelm Gräb einen informativen und anregenden Einblick in die Kasualpraxis und für die gegenwärtigen Chancen von Kirche für die Sinndeutung an Übergangspunkten des Lebens. Eine lohnende Lektüre!

Lydia Redekop
im Rahmen eines Seminars an der TU Dortmund
zum Thema „Religiöse Feste und Rituale“ (Sommersemester 2015)

Rz-Gräb-Redekop, 15.07.15

Einige weitere Veröffentlichungen von Wilhelm Gräb in diesem Themenzusammenhang;

  •  Religion als Thema der Theologie. Gütersloher Verlagshaus 1999
  •  Lebensgeschichten, Lebensentwürfe, Sinndeutungen. 2000
  •  Kirche in der urbanen Welt der Moderne.       
    In: Tà katoptrizómena. Magazin für Theologie und Ästhetik Nr. 13/2001
    http://www.theomag.de/13/wg1.htm
  • Sinnfragen. Transformationen des Religiösen in der modernen Kultur.
    Gütersloher Verlagshaus 2006
    Rezension von Chr. Fleischer in Tà katoptrizómena Nr. 46/2007:
    http://www.theomag.de/46/cf5.htm
  • (mit Birgit Weyel): Religion in der modernen Lebenswelt.
    Erscheinungsformen und Reflexionsperspektiven. Göttingen: V & R 2006
  • (mit Birgit Weyel und Hans-Günter Heimbrock, Hg.): Praktische Theologie und empirische Religionsforschung (Veröffentlichungen Der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie (VWGTH), Bd. 39. Leipzig: EVA 2013
  • Glaube aus freier Einsicht: Eine Theologie der Lebensdeutung.
    Mit Audio-CD (Schriften zur Glaubensreform, Band 3). Gütersloher Verlagshaus 2015