Samstag, 30. Dezember 2017

Interreligiöse Freundschaft nach Nostra Aetate

Editors: Fredericks, J., Tiemeier, T. (Eds.)
New York (USA) /Basingstoke (UK):
Palgrave Macmillan 2015
Interreligious Friendships after Nostra Aetate explores the ways in which personal relationships are essential for theology. Catholic theologians tell the personal stories of their interreligious friendships and explore the significance of their friendships for their own life and work.

Table of contents (18 chapters)

  • Introduction
    Fredericks, James L.
    Pages 1-7
    Preview Buy Chapter 29,69 €
  • Learning in the Presence of the Other: My Friendship with Sara Lee
    Boys, Mary C.
    Pages 9-20
  • Michael Signer and the Language of Friendship
    Cavadini, John C.
    Pages 21-29
  • The Blessing of Sitting Together
    Procario-Foley, Elena
    Pages 31-48
  • Faith and Friendship
    Burrell, David B.
    Pages 49-57

Buy this book

eBook66,99 €
price for Germany (gross)
  • ISBN 978-1-137-47211-3
  • Digitally watermarked, DRM-free
  • Included format: PDF, EPUB
  • ebooks can be used on all reading devices
  • Immediate eBook download after purchase
Hardcover85,59 €
Softcover85,59 €

Bibliographic Information

Book Title
Interreligious Friendship after Nostra Aetate
Editors
  • J. Fredericks
  • T. Tiemeier
Series Title
Interreligious Studies in Theory and Practice
Copyright 2015
Publisher
Palgrave Macmillan US
Copyright Holder
James L. Fredericks and Tracy Sayuki  Tiemeier
eBook ISBN
978-1-137-47211-3
DOI
10.1057/9781137472113
Hardcover ISBN
978-1-137-47210-6
Softcover ISBN
978-1-349-50112-0
Edition Number: 1

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Philosophie interkulturell und global - Hamid Reza Yousefi

Harald Seubert (Hg.): Orte des Denkens.
Festschrift für Hamid Reza Yousefi
zum 50. Geburtstag.

Nordhausen: Traugott Bautz 2017, 382 S.
--- ISBN 978-3-95948-233-2 ---


Hamid Reza Yousefi (geb. 1967 im Iran) lehrt an den Universitäten Potsdam und Saarbrücken. Er gehört zu den Wissenschaftlern, die sich intensiv für ein interkulturelles und zugleich religiöses Philosophieren einsetzen, denn: Philosophie lässt sich im Grunde nur in globalen Denkhorizonten verstehen.

Er hat auf Grund seiner Forschungsarbeiten bereits eine erhebliche Reihe von Publikationen zu diesem Themenkreis herausgebracht -
 Rezensionen und Details: hier

Herausgeber der Reihe: Bausteine zur Mensching-Forschung (Bautz-Verlag)
Mehr zur Biografie: hier --- auch in seinem Buch: Dornenfelder: hier ---


Intentionen des Autors (einige Zitate auf der Rückseite des Buchcovers):

"Jenseits jedes Essentialismus begreife ich Kulturen
 als offene und dynamisch-veränderbare Sinn- und Orientierungssysteme." 


"Meine Betrachtungen richten sich gegen jede Form der Verabsolutierung von Positionen,
die einen Universalitätsanspruch erheben,
welche die Reziprozität und mithin die Möglichkeit eines philosophischen Diskurses
 über andere Positionen im Vorfeld ausschließen." 


"Kontextuell zu verfahren bedeutet, unterschiedliche Traditionen
mit ihren jeweils eigenen Terminologien, Fragestellungen und Lösungsansätzen
als gleichberechtigte Diskursbeiträge von ihren verschiedenen Positionen
her zur Sprache kommen zu lassen, um gemeinsame Perspektiven entwickeln zu können." 


"Ein Dialog, der nicht auf wertschätzender Anerkennung
 und wechselseitigem Verstehen beruht, wird nie Früchte tragen."




INHALTSVERZEICHNIS der FESTSCHRIFT
mit den Arbeitsschwerpunkten von Hamid Reza Yousefi


Einleitung des Herausgebers (Harald Seubert)

Interreligiöse Toleranz 
Peter Gerdsen: Dialektik der Toleranz
Hans Waldenfels: Toleranz – Schlüsselbegriff im heutigen zwischenmenschlichen Umgang?
Christoph Böhr: Friedlicher Streit und streitiger Friede.

Interkulturelle Religionswissenschaft und Theologie
Wolfgang Gantke: Hamid Reza Yousefis Konzept einer ›Interkulturellen Religionswissenschaft
Ina Braun-Yousefi: Faszination Tradition – Hamid Reza Yousefi und Clara Viebig im Vergleich
Franz Gmainer-Pranzl: ›Interkulturelle Theologie‹ 

Ur-Sehnsucht und Interkulturelle Kommunikation
Ljuba Kirjuchina: Ohnmacht des Fremdverstehens
Christian Rabanus: Interkulturelles Denken und Kommunikationspsychologie
Matthias Langenbahn: Ur-Sehnsucht und Kommunikation: Eine interkulturelle Wechselwirkung 
Paul Runge: Ur-Sehnsucht und Psychotherapie. 

Perspektiven der Menschenrechte
Martin Jäckel: Der Diskurs der Menschenrechte
                                           
und der interkulturelle Beitrag von Hamid Reza Yousefi  
Marie-Luisa Frick: Interkulturelle Menschenrechtsphilosophie – wo stehen wir heute?
Regine Kather: Von der Würde des Menschen zur Würde der Kreatur. 

Interkulturelles Philosophieren
Ram Adhar Mall: Logik und Hermeneutik der interkulturellen Philosophie
Heinz Kimmerle: Interkulturelle Philosophie als ein Weg zur Weltphilosophie
Sedigheh Khansari Mousavi: Islamische Philosophie im Würgegriff
                                            
der Islamwissenschaften und Orientalistik
Harald Seubert: Das Eine und der Unterschied
Josef Estermann: Das Mittelmeer und der Titicacasee
Walter Reese-Schäfer: Interkulturelle Aufklärung als Projekt der Moderne
Mohammad Saeedimehr: Das Wesen des Schmerzes im Denken Ibn Sinas

Interreligiöse Begegnungen
Reinhard Kirste: Die Religion der Liebe.
                                   >Reise<-Bekenntnisse von Ibn Arabi, Meister Eckhart und Dorothee Sölle

Sybille C. Fritsch-Oppermann: Achtsamkeit und Bewusstheit 
                                    im Kontext Buddhistisch-Christlicher Begegnung und Ethik

Anton A. Bucher: Ehrfurcht
Hans-Christian Günther: Die Politik jüdisch-christlicher Werte: Gibt es eine Alternative? Memorabilien
Alexandra Seibel: Hamid Reza Yousefi – ein geistiger Mentor und Vermittler zwischen den Kulturen
Alexander von zur Gathen: Unsere Begegnung und der Blick in die Zukunft
Brigitte Nehmzow: »Ich bin pünktlich wie die Maurer …«
Bernhard Braun: Das Haus des Denkens

Matthias Langenbahn: Schriftverzeichnis von Hamid Reza Yousefi
Herausgeber, Autorinnen und Autoren


Wieder im Blickfeld: Symbolik und Bildgestaltung im Buddhismus

Gabriele Seitz:
Die Bildsprache 
des Buddhismus. 
Düsseldorf: Patmos 2006, 265 S., Abb., Register
--- ISBN 3-491-72486-4 ---


Gabriele Seitz, die sich intensiv mit kulturgeschichtlichen Themen u.a. durch Buchveröffentlichungen und Filme befasst, führt den Leser ein in die komplexe Bildsprache des Buddhismus und erklärt an zahlreichen Beispielen die komplizierte Symbolik der buddhistischen Kunst, Darstellungen, Architektur und rituellen Gegenständen.
In den drei großen Kapiteln über Hinayana, Mahyana und Vajrayana werden Schritt für Schritt die wichtigsten Aspekte der buddhistischen Lehre der o.g. drei Hauptrichtungen dargestellt.
So kann sich der Leser in die unterschiedlichen regionalen und inhaltlichen Entwicklungen der buddhistischen Lehre und der zugehörigen Kunst und Architektur einarbeiten. Dieses Konzept der Darstellung ist gerade für ein Nachschlagen bestimmter Schlagwörter oder der vertieften Suche bestimmter Symbolen besonders gut geeignet.

Die reiche Bebilderung macht dieses Buch sehr abwechslungsreich zu lesen oder auch einfach nur durchzublättern, um hier und dort hängen zu bleiben. Die abgebildeten Kunstwerke sind detailliert und nachvollziehbar erklärt. Allgemein verständliche Skizzen, Grundrisse und Zeichnungen vervollständigen die bildlichen Darstellungen der Kunstwerke.
Beispielhaft sei die Ikonografie menschlicher Buddha-Darstellungen hervorgehoben:
Sie ist für ganz Asien gültig. Die Darstellung erfolgt überhöht, übermenschlich und ins Paranirvana (endgültiges Verlöschen) entrückt, also die verborgene Gestalt vermittelnd.
Der menschliche Körper ist in buddhistischer Sicht eine zufällige, sich stets wandelnde und vergängliche Konstruktion. Die Kunst bedient sich hierzu einer abstrahierenden Symbolik, die von Anfang an jedes Detail der verschiedenen Buddha und anderer Heilsgestalten festlegt. Dieses sakrale Vokabular der Bildersprache wird belegt durch Schriften, kanonische Sutras und ikonografische Handbücher.

Hauptmerkmale der Ikonografie sind: Körperhaltung, Kleidung, Mudras, zugeordnete Symbole (acht Glückssymbole u. a.), (Lotus-)Thron.
Die Buddhagestalt selbst entspricht dem Ideal eines übermenschlichen Wesen von vollkommener Proportion = Mahapurusha, die sich durch insgesamt
32 große und 80 kleine Merkmale auszeichnet.
Merkmale der Buddha-Darstellungen:
·        Breite Schultern, schmale Hüften, überlange Arme 
·        Lange Ohrläppchen Kennzeichen der fürstlichen Herkunft
·        Aufrechte Körperhaltung
·        Goldene Körperfarbe
·        Nimbus - Sonnenscheibe, gelb, Gold für Shakyamuni (= Gautama)
·        Strahlenkranz Glanz der Wahrheit und Weisheit
·        Kräuselfrisur, antikes Vorbild, versinnbildlicht Beherrschung der Lebensenergie
·        Halbkugelige Scheitel-Erhebung Ushnisha  Symbol der Erleuchtung,
    Weisheit mit vielfältig stilistischen regionalen Ausformungen
    (spitz, rund, Flamme): die Bedeutung bleibt gleich.
·        Rechtsgedrehte Locke/Punkt in der Mitte der Augenbrauen (Edelstein, Kristall) 
    =  Weisheitslicht Urna
·        Augen oft halbgeschlossen, in Meditation
·        ein- oder mehr-reihiger Lotosthron, häufigste Darstellung,
    Lotos – vielfältige Bedeutung der Reinheit
·        Löwenthron – Kraft, Macht
·        Podest = Weltenberg Meru
·        Kleidung schlicht, kein Schmuck, immer barfuß
·        Asanas (Körperhaltungen)
·        Sitzend, Standardhaltung Lotussitz,
·        liegend auf der rechten Seite, unterer Fuß leicht vorgeschoben,
    Darstellung des Paranirvana oder stehend
·        Mudras = Handgesten,
    linke Hand = Weisheitshand, die rechte ist Methodenhand.

Die Autorin nimmt Zusammenhänge der verschieden Kunst- und Buddhismus-Richtungen sehr gut auf, so dass der Leser die Entwicklung der Symbolik leicht nachvollziehen kann. Ebenso werden auch besondere Darstellungsweisen kleinerer regionaler Gebiete mit in die Betrachtung einbezogen. So gibt dieses Buch einen sehr guten Einblick in die komplizierte Symbolik des Buddhismus und ist als Reisebegleiter bestens geeignet. Zu Hause ist es ein wertvolles Nachschlagewerk für Kunstliebhaber und  für jeden am Buddhismus Interessierten.

Birgit Merkelbach 

TU Dortmund, überarbeitet - 28.12.2017 




Dienstag, 26. Dezember 2017

Indische Gurus: Shirdi Sai Baba und andere Meister

Satpathy, C.B.: Shirdi Sai Baba und andere vollkommene MeisterAus dem Englischen
übersetzt
von Dietrich Kebschull. 2014

Rezension von Reinhard Kirste

Gesamtbersprechung:
Online erschienen
: 04.12.2017

DOI: https://doi.org/10.1515/olzg-2017-0173
Verlag De Gruyter Berlin


Orientalistische Literaturzeitung
2017, Vol. 
112, Heft 6, S. 532-534. 

Rezension - Kurzfassung

Der Autor Chandra Bhanu Satpathy (geb. 1948 in Cuttack, Orissa, Indien), der sich selbst als gurujī versteht und von seinen Anhängern als solcher angesehen wird, arbeitete bis zu seiner Pensionierung 2008 im Polizeidienst. Bereits als Kind kam er mit den Besonderheiten indischer Gurus und den ihnen zugeschriebenen, oft erstaunlichen Wundertaten in Berührung. Besonders aber beeindruckte ihn der Sai Baba (Sāi/Sā̃ī Bābā), bekannt nur unter seinen verschiedenen Ehrentiteln (auch in gehäufter Form, z.B. Śrī Śāīnāth Mahārāj). Der Verehrte wurde 1838 oder 1856 in Shirdi (Śirḍī/ŚirꞋḍī, nahe Bombay/Mumbai) geboren, darum auch sein Name Shirdi Sai Baba. Er starb 1918 ebendort. Über diesen Meister hat Satpathy nun ein Buch verfasst. In seinem Glaubensverständnis sieht er ihn in das göttliche Wirken aller „vollkommenen Meister“ (so die Wiedergabe von sadguru eingebunden ... 
Wer ... Indien erlebt hat, weiß um die Faszination der Extreme, in die die Religion voll integriert ist. So lässt sich Kritik eigentlich nur dort festmachen, wo nach dem Zweck der Wunder gefragt wird. Die Evangelien berichten, dass es Jesus nicht um die Wunder als solche ging, sondern um die Ankündigung der Herrschaft Gottes, des Himmelreiches. Da ‚passieren‘ Wunder oft mehr als erläuterndes Ereignis am Rande wahrer Gotteserkenntnis. So ist für die heutige (christliche) Theologie das Wunder viel stärker Symbol und Ausdruck für zuweilen auch Ungewöhnliches, was unter der Optik eines mythischen Weltbildes sich als göttliches Eingreifen erklären lässt. Hinzu kommt, dass große Persönlichkeiten in vielem über die bürgerliche Alltäglichkeit hinausragen. Das gilt sicher auch für Shirdi Sai Baba und die weiteren vom Autor im Buch  genannten Heiligen.
               Nun gibt es im deutschsprachigen Bereich gar nicht sehr viel wissenschaftliche Literatur zu den im Buch genannten spirituellen Meistern mit ihren Predigten und Wundern. Auch die Angaben im Internet weisen (noch) erhebliche Lücken auf. So wünschte man, dass dieser Lebensgeschichte des Guru, die mit der Brille des Verehrers geschrieben wurde, vielleicht eine achtsame, kritische Untersuchung folgen könnte. Sie müsste fragwürdig anmutende Hintergründe und Einseitigkeiten der devotees ansprechen und könnte damit ein ‚realistischeres Bild‘ von Shirdi Sai Baba zeichnen.



CC