Dienstag, 28. Februar 2017

Kurz vorgestellt: Der (vergessene) Islam als Teil Europas


Paderborn: Wilhelm Fink 2016, 533 S. 1 s/w Abb.,
ISBN: 978-3-7705-6135-3

Verlagsinformationen zum Buch
Kann eine innereuropäische Islamgeschichte einfach verschwinden? So haben Historiker, Kulturwissenschaftler und Philologen in Spanien und Frankreich seit den 1990er Jahren zu fragen begonnen. Viele Spezialstudien sind den Spuren dieser Islamgeschichte als Religion, Zivilisation und muslimischer Lebenswelt gefolgt. Ein Bogen spannt sich seit 711 vom Sarazenen-Einfall bis zur »Rückkehr der Morisken« als Arbeitsmigranten im modernen Spanien. Diese Spuren finden sich in Gestalt von Sklaven, Händlern, Diplomaten im Frankenland bis zu den Maghrebinern im heutigen Frankreich. Doch sie treten auch in einer anderen Lektüre der abendländischen Klassiker zutage, schaut man genauer bei Abaelard, Cervantes, Voltaire bis zu Camus und Goytisolo nach. Die Autorin geht der Frage nach, warum dieses Kulturerbe allmählich aus der nationalen und europäischen Geschichtsschreibung verschwunden ist, bis allein die These von der Unverträglichkeit des Islam mit europäischen Werten übrig geblieben zu sein scheint.

Montag, 13. Februar 2017

Kurz vorgestellt: Jüdische Jesus-Forschung heute

Samstag, 11. Februar 2017

Wieder im Blick: Die Bibel und andere Glaubensweisen

S. Wesley Ariarajah: Die Bibel und die Andersgläubigen. Aus dem Englischen von Ulrike Berger.
Frankfurt/M.: Lembeck 1994, 110 S.
--- ISBN 3-87476-300-5 ---
Englische Originalausgabe: 
The Bibel and People of Other Faiths.
Geneva: World Council of Churches (WCC) 1985, 71 S.
--- ISBN 2-8254-0840-9 ---
Vgl auch im Sinne eines Fortsetzungstitels:
Not Without My Neighbour.
Issues in Interfaith Relations
.
RISK Book Series.
Geneva: WCC 1999, 130 pp.
--- ISBN 2-8254-1308-9 ---
 

Das Buch „Die Bibel und die Andersgläubigen / The Bible and the People of Other Faiths“ des aus Sri Lanka stammenden Professors für Ökumenische Theologie S. Wesley Ariarajah zeigt auf, dass der Dialog mit Andersgläubigen auch von der Bibel her zu befürworten ist. 

Der Autor verfasste das Buch zum einen in Bezug auf die gegenwärtige Situation, in der verschiedene religiöse Traditionen immer präsenter werden, zum anderen auf Grund der speziellen Bitte der asiatisch-pazifischen Sektion des christlichen Studentenweltbundes. Denn der Dialog in (Süd-)Ostasien bildet viel stärker als in Europa einen Wesensteil persönlicher religiöser Existenz.
Die Kernfrage, die im gesamten Buch thematisiert wird, lautet, ob es einen Gott oder viele Götter gibt und wenn Letzteres zutrifft, ob diese wählbar sind.
Da es bereits viele Ansätze gibt, wie man in den Dialog mit Andersgläubigen treten kann, ohne dabei die Verwurzelung im eigenen Glauben aufzugeben, widmet sich der Autor bewusst einer komplexen Facette des Themas: Er beschäftigt sich damit, was für eine Rolle die Bibel bezüglich des interreligiösen Dialogs spielt, indem er sich auf diese als Grundlage bezieht, statt die Diskussion wie viele andere an ihr vorbei zu führen. So beabsichtigt er, eine neue Perspektive für den Dialog aufzuzeigen, die einen Gegenpol zu der weit verbreiteten Argumentation von Kritikern bildet, die Bibel als Beleg eines exklusiven Verständnisses zu sehen.
Er betont, dass es ihm lediglich darum geht, neue Wege zu gegenseitigem Verständnis zu eröffnen, statt zu beweisen, dass der interreligiöse Dialog biblisch ist. Seine Ausführungen orientieren sich an den Bibelwissenschaften, indem er vor allem historisch-kritisch mit der Bibel und deren Auslegung umgeht. Gleichzeitig bemüht er sich, alle Aspekte bekennend statt dogmatisch darzulegen. Er richtet sich gezielt an alle Christen im Zusammanhang religiöser Vielfalt. Das geht nicht nur Fachleute an.
Nach dem Vorwort und der Einführung, in denen er diese Absichten und Ziele des Buches darlegt,
folgen 7 Kapitel:
  1. „Kein anderer Gott“
  2. „Zwei Erfahrungen“
  3. „Jesus, der einzige Weg?“
  4. „Biblische Gründe für den Dialog“
  5. „Zeugnis und Dialog“
  6. „Bekenntnis im Dialog“
  7. „Ansätze einer dialogischen Theologie“

Hier führt jeweils bestimmte Bibelstellen an, die seiner Argumentation für den Dialog dienen, wobei er diese stets in die Lehrzusammenhänge der gesamten Bibel stellt und nicht isoliert oder absolut betrachtet.
Allem voran betont er seine Auffassung der Bibel als Glaubenszeugnis aus der persönlichen Sicht der jeweiligen Gläubigen, weshalb andere Religionen ebenfalls nur aus dieser Sicht erwähnt werden.
Zunächst bezieht sich der Autor auf die Schöpfungsgeschichte, welche zum Ausdruck bringt, dass es sich um einen einzigen Gott handelt, der Schöpfer aller Menschen ist. Die Genesis benennt Adam als Prototyp des Menschen an sich. Es geht um die Menschheitsfamilie als solche und nicht nur um Christen; daher ist auch die Rede von einem universalen Bund. Erst ab Genesis 12 geht es speziell um das Volk Israel. Das betrifft die Perspektive auf sich selbst und andere sowie die jeweiligen religiösen Überzeugungen.    
Wenn sich also Israel oder auch ein anderes Volk bzw. eine andere Gruppe usw. als das von Gott erwählte Volk bezeichnet, handelt es sich laut Ariarajah somit lediglich um deren eigenes Selbstverständnis. Dieses Selbstverständnis ist weder objektiv beweisbar oder widerlegbar, noch hat es, außerhalb der betreffenden Gruppe, eine Bedeutung für Andere. Es darf darum auch nicht als Kommentar über Gottes Beziehung zu Anderen gewertet werden. Die Bibel ist Dokument eben dieses Selbstverständnisses, wobei sie von außen betrachtet demnach nur subjektive Erfahrungen beinhaltet.
Nach der Bibel handelt es sich nach der Autor also um einen Gott als Schöpfer aller Völker, der aus verschiedenen Perspektiven wahrgenommen und erlebt wird. Würden Christen dies verleugnen, sind sie nach seiner Lesart in der Konsequenz Polytheisten. Eine Erwählungslehre bzw. das damit zusammenhängende Selbstverständnis eines Volkes kann demnach nur gelten, wenn zum einen von Gott als Schöpfer aller Menschen ausgegangen wird und es sich zum anderen immer nur um eine selbst bezogene und damit nicht für Andere geltende Aussage handelt.
Ein Missverständnis ist es nach Ariarajah jedoch zu denken, alle Religionen seien dieselben, da sich die jeweiligen religiösen Vorstellungen voneinander unterscheiden und somit nicht gleichermaßen wahr sein können. Vielmehr besitzen sie für die jeweiligen Gläubigen eine eigene Wahrheit. Christen sollten Gott also nicht für sich allein beanspruchen, da ein Dialog nur dann entstehen kann, wenn vom biblischen Glauben her ein für alle wirkender Schöpfers zur Grundlage wird.
Diese aus Genesis resultierenden Lehren für das Verhältnis zu Andersgläubigen führt der Autor anschließend immer wieder als Basis innerhalb seines ganzen Buches an.
Nun beschäftigt sich ein Großteil des Buches mit der Rolle von Jesus Christus, der in der Bibel als einziger Weg, als einziger Erlöser und als einziger Mittler dargestellt wird. Der Autor bezieht sich auf diesen Aspekt, indem er bekräftigt, dass es sich bei den genannten absolut erscheinenden Ansprüchen lediglich um persönliche Glaubensaussagen handelt, die nicht im Sinne einer objektiven Wahrheit zu verstehen sind, die für alle gleichermaßen gültig ist.
Schließlich betont Ariarajah, dass der Mensch die absolute Wahrheit schlichtweg nicht erfassen kann. Exklusivansprüche in diesem Sinne würden daher zu Entfremdungen führen. Vielmehr versteht er als Theologe unter einem fruchtbaren Dialog, dass man sich zu seinem Glauben bekennen sollte, jedoch ohne Andere zum eigenen Glauben zu bekehren, also zu missionieren. Dieser Dialog sollte durchaus auch kritische Wahrnehmung des eigenen Glaubens und des Glaubens der Anderen beinhalten. Der Autor zeigt mit seinem Buch, dass diese Art des Dialoges von der Bibel her zu begründen ist:          
  • Zum einen, weil die Bibel inhaltlich nicht nur wertende und abgrenzende Aspekte betont,
    sondern auch zum Dialog aufruft.       
  • Zum anderen weil die Bibel selbst nicht als statisches Gesetzbuch,
    sondern als lebendiges Wort zu verstehen ist,
    das in einer dialektischen Beziehung zum Leser steht. 

Das bedeutet, dass auch der eigene Glaube nur in der ehrlichen Kommunikation auf gleicher Ebene mit dem Anderen Frieden stiftend wirken kann. Nur so können auch Menschen verschiedener Religionen in versöhnter Nachbarschaft zusammenleben.

Weitere Titel von S. Wesley Ariarajah:

Larissa Behrensmeyer, Stella Dietrich, Lara Eileen Lange
im Rahmen des Seminars:
Interreligiöses Lernen mit Heiligen Schriften
und Erzählungen aus dem Weltreligionen
(TU-Dortmund, WiSe 2016/2017)

Rz-Ariarajah-Bibel, 08.02.2017 



Mittwoch, 8. Februar 2017

Kinderbuch: Mit der Welt und Gott verbunden (aktualisiert)


Brunella Baldi (Illustratorin) / Manuela Monari (Autorin):
Der rote Faden.

Aus dem Italienischen. Innsbruck-Wien: Tyrolia 2012, 32 S.
(Bilderbuch für Kinder von 5-7 Jahren)

--
ISBN 978-3-7022-3196-5
Kurzrezension: hier

Mit dem Symbol des roten Fadens nimmt die Erzählerin mit einfachen Sätzen den Kindesalltag aufmerksam und heiter auf: mit Mama und Papa, mit den Tieren, den Sternen, dem Universum ... Die Illustratorin verstärkt dies mit ihren „leisen“ Illustrationen. So hilft dieses Kinderbuch bei der Suche, die intensive Miteinanderbezogenheit der Welt zusammenzudenken. Auf diese Weise entsteht ein Gottesbild, das das Klischee vom alten Mann mit Bart völlig hinter sich lässt und sogar wagt, Gott nicht als Person zu denken – und das auf der Ebene kindgemäßen Verstehens! Denn Gott lässt sich erfahren in der Liebe, in der Vernunft und in der Suche nach der Wahrheit:
„Immer ist dieser Faden da.
Bei den Kirschen und zwischen uns.
Gott ist der rote Faden,
der alles miteinander verbindet.“

In dieses Gottesbild passen alle wohlwollenden Verhaltensweisen der Menschen, die vielfältigen Variationen der Schöpfung, die kleinen und die großen. Die Beziehungen miteinander machen das wahre Leben aus. Deshalb gibt es am Schluss die Empfehlung:
„Ich wünsche euch,
dass ihr immer einen besten Freund habt.
Und ich rate euch:
Macht einen doppelten Knoten in den Faden,
der euch verbindet …
einen Knoten also, der nie mehr aufgeht.“

Goethe hat gewissermaßen das Motto für dieses zarte Saiten anschlagende Buch geliefert: „Was die Welt im Innersten zusammenhält“. Die vielfältigen Verbindungslinien des Lebens in unserer Welt eröffnen eine Gottes-Perspektive, die nicht vorgefasste Muster bereithält, sondern einlädt, Gott in den menschlichen Beziehungen zu entdecken.
Die Florentinerin Brunella Baldi hat ihren künstlerischen Hintergrund in Tanz und Choreographie, die sich inzwischen der Malerei und der Illustration widmet. Sie erhielt nationale und internationale Preise. Besonders zu erwähnen ist die Auszeichnung, die sie für ihre Arbeiten durch das Pädagogische Johann Amos Comenius-Museum in Prag erhielt.
Die Erzählerin Manuela Monari ist eine bekannte italienische Kinderbuchautorin mit Grundschulerfahrung. Sie lebt in Modena und leitet  dort die Kinderbuchhandlung „La bottega di Merlino“, die sie selbst gegründet hat. Sie hat über 20 Bilderbücher verfasst, von denen: „Zero Kisses for me“ (Toronto, Ontario / Plattsburgh, NY 2010) durch die Übersetzung ins Englische wohl am bekanntesten geworden ist.
Eine wunderbare Empfehlung, dieses Buch für sich und mit Kindern zu lesen und anzuschauen – in der Altersgruppe 5 – 95 Jahre!          
Man könnte durchaus alle sieben Jahre dieses Buch erneut zu Hand nehmen und ergänzen. Welche neuen Verbindungen hat der rote Faden für die Lesenden ermöglicht? Wie hat sich der rote Faden durch neue Erkenntnisse und Tröstungen verlängert?


Im Rahmen des Seminars "Interreligiöses Lernen mit heiligen Schriften und Erzählungen aus den Weltreligionen" (TU Dortmund, WiSe 2016/2017) wurde versucht, Intentionen und Schwerpunkte dieses Kinderbuchs in einem Satz bzw. sogar in einem Wort zu formulieren:

Zusammenfassende Sätze:
  • In dem Buch geht es um einen Jungen, der versucht, sein Leben und die dort stattfindenden Aspekte zu fassen und zu begreifen. Das wird sehr kindgerecht dargestellt.
  • Es geht um den Weltzusammenhang und verweist mit dem roten Faden auf Gottes Plan.
  • Es geht darum, den eigenen roten Faden zu finden und zu festigen.
  • Es geht um die Selbstfindung im Leben.
  • Es geht um das Miteinander der Menschen in der Welt.
  • Der rote Faden ist das, was Halt gibt.
Einzelne Gesichtspunkte:
  • Zusammenhalt - Es geht um etwas Verbindendes.
  • Vertrauen als Lebensschwerpunkt.
  • Das Leben in Gottes Händen.
  • Die große Bedeutung und Wirkung von "Beziehung"
Reinhard Kirste
Rz-Monari-Der rote Faden, 01.08.12 , erweitert: 08.02.2017


Dienstag, 7. Februar 2017

Kurz vorgestellt: Im Horizont von Abd-el-Jalil - Franziskanischer Dialog mit dem Islam

Jürgen Neitzert: Muslime und Christen. Franziskanische Erfahrungen und Perspektiven
Franziskanische Akzente, herausgegeben
von Mirjam Schambeck sf  und Helmut Schlegel ofm, Band 13
Würzburg: Echter 2017, 104 S. --- ISBN 978-3-429-04332-2 ---

E-Book: 
ISBN 978-3-429-04908-9 / € 8,99 (D) (PDF)
ISBN 978-3-429-06328-3 / € 8,99 (D) (ePub)


Begegnung mit dem Islam - 
Franziskanische Friedensdialoge

Verlagshinweise und weiter Informationen:
Mit dem Zuzug von Muslimen nach Europa stellen sich neue und große Herausforderungen für die Gesellschaften und für die Kirchen. Insbesondere die Franziskaner schauen hierbei auf eine Jahrhunderte lange, auf Franziskus selbst begründete Tradition des Miteinanders zurück.
Jürgen Neitzert stellt sowohl die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen und Christen als auch die kritischen Punkte und die Chancen des Dialogs heraus. Er berichtet von konkreten Erfahrungen der Begegnung und zeigt Möglichkeiten des Dialogs in der Theologie, im täglichen Umgang miteinander und im gemeinsamen Handeln auf.
Exemplarisch und wegweisend wird das Bild von  Jean-Mohammed Abd-el-Jalil (geb. 1904 in Fes, gest. 1979 in Villejuif bei Paris) gezeichnet. Er stammte aus einer marokkanischen islamischen Familie. Nach seiner Konversion zum Christentum trat er in den Franziskanerorden ein. Er gehörte beim 2. Vatikanischen Konzil zu den Promotoren der Konzilserklärung "Nostra Aetate", die ein neues Verhältnis der Katholischen Kirche  zum Islam und anderen nichtchristlichen Religionen eröffnete.
Autor:

Jürgen Neitzert ofm, geboren 1959, exam. Krankenpfleger, Studium der Islamwissenschaft, Philosophie und Soziologie sowie der Interkulturellen Pädagogik; u.a. Mitglied der Islamkommission des Weltordens der Franziskaner (1987-1993); seit 1994 Leiter des Jugendtreffs  Köln-Vingst der Franziskusstiftung, die sich besonders um muslimische Migrantenjugendliche kümmert.






Freitag, 3. Februar 2017

Dorothee Sölle und Christiane Singer: Transformationen des Lebens im Schatten des Todes

Dorothee Sölle: Mystik des Todes. Ein Fragment.
Stuttgart: Kreuz 2003 (4. Aufl. 2004), 155 S.
--- ISBN 978-3-7831-2322-7 ---

Schon bei der Arbeit an ihrem für sie wichtigsten Buch  "Mystik und Widerstand" (1997) begannen Aufzeichnungen zur "Mystik des Todes". Dieses Buch konnte sie nicht mehr vollenden, weil sie im April 2003 starb. In der dem Buch beigefügten Traueransprache rückte die Bischöfin Bärbel-Wartenberg-Potter die Zielsetzung Dorothee Sölles ins Zentrum: „Sie wollte im Tod ein Tropfen im Meer der Liebe Gottes werden, das genüge ihr, sagte sie. Das war ihr mystisches Todesbild. Denn auch ein Tropfen vermehrt die Kraft des unendlichen Meeres, auch ein Tropfen tritt ein in die Tiefe des Seins“ (S. 153). Die Worte Meister Eckharts werden hier aktualisiert hörbar und erinnern an die Stationen eines spirituellen Weges, der in ihrem Buch „Die Hinreise“ (1975) zum ersten Mal offenkundig wird. Gewissermaßen durch die eigene Lebenserfahrung geläutert, klingt  bei ihr immer wieder hindurch:  Gott geschieht im Leben und im Sterben, das heißt dann letztlich nichts anderes, als dass das wahre Ziel unseres Daseins im Hineingehen in Gott liegt. „Wenn wir Gottes Immanenz in unserem Leben wahrnehmen und bejahen können, mit anderen Worten, wenn wir Heiligkeit erfahren, weil Gott sich in unserem Leben ereignet, dann kann das auch im Sterben erfahren werden.“ (S. 122) „Gott kann anwesend sein, auch wenn unsere Zeit zu Ende geht“ (S. 124). 

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In ähnlicher Weise wirken zwei andere Bücher, die die bekannte französische Literaturwissenschaftlerin Christiane Singer (1943-2007) geschrieben hat:

1. "Zeiten des Lebens. Von der Lust, sich zu wandeln".
München: Diederichs 1991, 1992, 2. Aufl., 160 S. -- ISBN 3-424-01070-7 --
Hier geht die Autorin den Stationen der Lebensreise vom Beginn im Mutterleib bis ins Alter nach. 
Vgl. dazu die Besprechung im Portal "Lebe-Liebe-Lache"

2"Alles ist Leben.
Letzte Fragmente einer langen Reise"
 

München: Bertelsmann (Random House) 2008,
btb 74247, 2011, 143 S. --- ISBN 978-3-442-74247-9 --- 


Christiane Singer (geb. 1943 in Marseille, gest. 2007 in Wien) ist in Frankreich durch ihre Romane und Essays bekannt geworden. Der auch in Deutsch erschienene Roman "La mort Viennoise" (1978) - "Der Tod zu Wien" (1996) befasst sich bereits mit den spirituellen und ethischen Dimensionen des Lebens.

Ihr letztes Buch enthält Aufzeichnungen angesichts des Todes: Sie wirken fast wie ein Schlusskapitel von "Zeiten des Lebens".
Es ist ein Tagebuch der besonderen Art entstanden.
Die Lesenden werden zu mitdenkenden Begleitern, wenn Christiane Singer sowohl verzweifelnd (z.B. S. 64ff) als auch bewusst, dankbar annehmend, die Diagnose "unheilbar krank" verarbeitet (S. 72ff). Da ihr vermutlich nur noch wenige Monate zum Leben bleiben, schreibt sie kontinuierlich dieses Begleitbuch des Abschieds. Es bewegt und fasziniert zugleich, weil für Christiane Singer trotz der körperlichen Niederlagen, der Schmerzen und des nahenden Endes das Leben voller Wunder bleibt. Noch mehr, sie akzeptiert bewusst den Tod als Teil des Lebens im Sinne einer Transformation. Das nimmt ihr die Angst.  "Ich habe die unendliche Liebe in mir strömen lassen, die ich selbst im schlimmsten Moment meines Abstiegs empfunden hatte"
(S. 43). Sie weiß: Tod und Verlassenheit sind nicht das Ende (S. 46). Die Kraft des Lebens über das Sterben hinaus soll auch anlässlich ihres Todes durch das Pflanzen einer Linde verdeutlicht werden (S. 49). Denn dem Menschen ist das Leben verheißen, nicht der Tod (S. 63). "Ich bin nur eine LEBENDE auf Reisen zwischen den Welten " (S. 73). Das bedeutet das Loslassen des bisherigen Lebens. Sie erlebt auf vielen inneren Wanderungen die Schwelle zwischen "Hier" und "Dort", ähnlich dem, was die Mystiker immer wieder beschrieben haben - in der Spannung von Liebe, Leiden und Tod: "Irgendetwas in mir hat beharrlich das Gefühl, dass es das Wichtigste ist, bis zum Ende zu preisen, bis zum Ende zu feiern ... Damit von allem, was ich gewesen bin, zum Schluss nur noch die Stimme bleibt, die DICH preist" (S. 120). Diese neue Erfahrung gibt den Blick frei nach "dort". Die Autorin schließt das Logbuch ihrer irdischen Lebensreise ab und sagt: "Ab morgen, besser gesagt, von diesem Augenblick an, ist alles neu. Ich gehe weiter meinen Weg". Es ist nunmehr der Tag ihrer Geburt (S. 137).

Es ist gut, dass Christiane Singer in diesem Reise-Tagebuch ihre Erfahrungen mit uns geteilt hat (S. 137). Sie geben wichtige Anhaltspunkte für die Höhen und Tiefen des eigenen Lebens, dessen irdisches Ende der Tod, aber nicht Ziel des Lebens ist. Vielmehr bedeutet Tod einen Durchgang, eine Transformation irdischer Wirklichkeit. Die Aus-Sicht auf den Tod bedeutet Ein-Sicht in das Leben  ...



Mittwoch, 1. Februar 2017

Buch des Monats Februar 2017: Orientalisches Christentum im Fokus

Sidney H.Griffith / Sven Grebenstein (Hg.):
Christsein in der islamischen Welt.
Festschrift für Martin Tamcke zum 60. Geburtstag.

Wiesbaden: Harrassowitz 2015, 633 S., Abb.
 --- ISBN 978-3-447-10441-8 ---
Martin Tamcke (geb. 1955) gehört zu den herausragenden Theologen
und Orientalisten, die sich intensiv mit dem gesamten östlichen Christentum befassen.
Der vielfach ausgezeichnete Forscher von der Universität Göttingen untersucht sowohl die Geschichte als auch gegenwärtige Entwicklungen der christlichen Kulturen im Nahen und Mittleren Osten. Eine Fülle von Monografien, längeren und kürzeren Beiträgen hat er zu diesem Themenbereich veröffentlicht.

Tamcke wirkte bereits in seiner Studienzeit (in Göttingen) an Forschungen zur Kulturgeschichte des Mittleren Ostens und Zentralasien mit. Nach seiner Habilitation 1993 sowie Lehrtätigkeiten am Missionsseminar Hermannsburg und an der Universität Marburg wurde er 1999 auf den Ökumenischen Lehrstuhl der Universität Göttingen berufen. Gastprofessuren führten ihn nicht nur an europäische Universitäten des Westens wie des Ostens, sondern auch mehrfach in den Fernen Osten, nach Indien, Indonesien nach Amerika.          
Derzeit ist er an der Universität Göttingen zugleich Direktor für Eurokulturelle und interkulturelle Theologie.
Da verwundert es nicht, dass die Festschrift zu seinem 60. Geburtstag ein internationales Kaleidoskop seiner Forschungsthemen ist, das ihm Freunde und Schüler aus aller Welt gewidmet haben. Es ist auch fast nicht möglich, die verschiedenen Facetten der Bereiche zu bündeln. Die beitragenden Wissenschaftler argumentieren einmal stärker grundsätzlich und im historischen Kontext. Zum Andern geht es mehr um die wirkungsgeschichtlichen Strömungen des östlichen Christentums. Zum Dritten gehen einige Autoren auf regionale oder ortsbezogene Ereignisse und Dokumente ein. Bei alldem kommt zum Vierten die aktuell- bedrohte Minoritätensituation der östlichen Christen in den Blick Aus der vielfältigen Fülle der Beiträge seien hier diejenigen Themen herausgegriffen, die die interreligiösen Aspekte in ihrer Wirkungsgeschichte betonen und zugleich die Situation Nordafrikas und des Nahen bzw. Mittleren Osten vom 19. bis 21. Jahrhundert ansprechen.
In der Einleitung betont Heleen Murre den van Berg (Leiden), dass die unerwartete Popularität des mittelöstlichen Christentums vielfältige Geschichten ans Licht bringt, die erzählt werden müssen (S. 11). Dazu sind aber grundsätzliche Überlegungen nötig, die sich aus den jeweiligen historischen Kontexten sowohl in früh-islamischer Zeit wie auch in späteren Entwicklungen bis hin zur Gegenwart ablesen lassen.
1.  Grundsätzliches im historischen Kontext:          
Tilman Nagel (Göttingen) verweist auf die unterschiedlichen Glaubensausprägungen: Das Christentum ist mehr nach innen gerichtet, das Judentums bezieht stark auf das Gemeinwesen, der Islam zeigt sich nach außen gerichtet und theokratisch (S. 39–64). Angelika Neuwirth (Berlin) betont die Verortung des Koran in den erkenntnistheoretischen Debatten der Spätantike (S. 65–79). Wie aristotelische Denkstrukturen sowohl auf christlicher wie auch auf islamischer Seite die Debatte prägen, beschreibt (S. 141–163), John W. Watt (Cardiff). Spannend sind die islamischen Interpretationen bezüglich der Nazarener als arabisch sprechender Evangeliums-Leute, wie der Mitherausgeber Sidney H. Griffith (Washington, D.C.) betont (S. 1–106).
2.  Wirkungsgeschichtlich historisch:        
 
Disput, Polemik und Dialog prägen sowohl die Differenzierung zwischen den Jüngern Jesu und den späteren (korrumpierten) Evangelien (so Jaakko Hämeen-Antilla, Helsinki, S. 107–122), wie die koranische Eschatologie mit dem Verständnis des Jüngsten Tages (Georges Tamer, Erlangen, S. 123–140). Oft ist jedoch die Kenntnis des Christentums höchst oberflächlich, wie Theresia Hainthaler (Frankfurt/M.) an dem berühmten, aus Basra stammenden Schriftsteller al-Gahiz (776/7–868/9) vorführt (S. 243–256). Bei aller Polemik von christlichen Theologen gegen den Islam und von islamischen Theologen gegen das Christentum (besonders gegen die Christologie und die Trinität) bleibt festzuhalten, dass es anscheinend  dialogische und sogar trialogische Chancen gab. Man denke an die Bedeutung der Königin von Saba und des Königs Salomo (Gerrit Reinink, Groningen, S. 257–268). Ähnliches lässt sich auch gut an dem Ostchristen Al-Kindi mit seinen apologetisch argumentativen Versuchen sehen (Peter Bruns, Bamberg, S. 269–281). Die intensive Verteidigung, besonders der Inkarnation und der Kreuzigung Jesu als Heilsereignisse, verlief im Hoheitsgebiet muslimischer Herrscher notwendigerweise zum Teil verdeckt (Marl N. Swanson, Chicago, S. 283–297). Schließlich muss man davon ausgehen, dass in den islamischen Herrschaftsgebieten schon bald die Christen in eine problematische Minderheitensituation gerieten. So entwickelte der islamische Theologe Abd al-Jabbar im 9. Jh. eine heftige antichristliche Argumentationslinie (David Thomas, Birmingham, S. 313–322). Eine Sondersituation stellt das Christentum unter mongolischer Herrschaft im 13./14. Jh. (Wolfgang Hage, Marburg, S. 323–329).
3.  Regional- bzw. lokalgeschichtlich:        
 
Da die einzelnen Beitragenden für Martin Tamcke gewissermaßen eine “Kostprobe“ aus ihren Forschungen dem Jubilar dedizieren, gehört auch ein Blick in die Poesie dazu (Alessandro Mengozzi, Turin und Anton Pritula, St. Petersburg, S. 331–344.345–357). Immer wieder kreisen die Artikel jedoch um interreligiöse oder auch innerchristliche Auseinandersetzungen oder Arrangements. Beispielhaft stehen hier der armenischen Mönch Gregor von Datev (Hacik Rafi Gazer, Erlangen, S. 359–369), und der Pilgerbericht eines Mönches aus dem berühmten Kloster Tur Abdin nach Jerusalem im 15. Jh. (Hubert Kaufhold, München, S. 371–387). Die weiteren Darstellungen gehen vom 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit. So wird u.a. über die friedvolle Missions“strategie“ der Herrnhuter im Osmanischen Reich berichtet (Christian Mauder, Göttingen, S. 401–422). Die Vernichtung wichtiger Bücher des Klosters Tur Abdin im Zusammenhang des Genozids an den syrischen Christen (1915ff) beschreibt bzw. dokumentiert (S.479–494) Shabo Talay (Berlin). Für die Forschung ist es wichtig, das 19. Jahrhundert stärker in den Blick zu nehmen. Eine Reihe berühmter Orientalisten und Arabienforscher wäre hier zu nennen, u.a. auch der Priester Alois Musik (1868-1944), über den Dietmar W. Winkler (Salzburg) schreibt (S. 495–512).
4.  Aktuelles:
Die letzten 6 Beiträge befassen sich mit verschiedenen Aspekten der christliche Orientgeschichte seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Assad Elias Kattan (Münster) stellt (S. 513–523) den wichtigsten arabischen Theologen der Gegenwart vor: Georges Khodr (geb. 1923), den griechisch-orthodoxen Erzbischof vom Berg Libanon. Er hat in der Spannung von Nähe und Distanz eine kritische Wahrnehmung des Westens entwickelt. Ägypten in der Vorstellung der Antike bis heute und ägyptische Realität im Blick auf die Kopten beschreiben Heike Behlmer (Göttingen) mit durchaus satirischen Bildbeispielen (S. 525–545) und Wolfram Reiss (Wien) mit kritischer Beleuchtung des neuen Kirchbaugesetzes für Ägypten von 2014 (S. 547–566). Auf die schwere Identitätskrise der palästinensischen Christen gehen Gabriel Rosenthal, Hendrik Hinrichsen und Johannes Becker (Göttingen) mit ihrer Untersuchung ein (S. 567–585). Die beunruhigende Entwicklung und Dezimierung der irakischen Christen beschreibt Herman G.B. Teule (Nijmegen/Louvain). Er skizziert die politischen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Erstarken des sog. Islamischen Staates (S. 587–594). Harald Suemann (Bonn) blickt auf die christliche Geschichte des Irak seit dem Ende des Osmanischen Reiches zurück. Vor dem aktuellen politischen Hintergrund thematisiert er dann auf die Position des Patriarchen Louis Raphael I. Sako. Dieser fordert gerade für den gegenwärtigen Irak, dass die Christen eine wichtige gesellschaftliche Rolle spielen müssen (S. 595–612).
Besonders beeindruckend ist der Beitrag des griechisch-orthodoxen Christen und syrischen Politikers George Sabra (geb. 1947), der gegenwärtig in Beirut (im Exil) lebt. Er benennt sehr präzise „Knackpunkte“ christlicher Sichtweisen (verschiedener Theologen) in Hinsicht auf den Islam und öffnet damit die Tür für einen ehrlichen Dialog mit der Nachbarreligion: Zwar wird im Koran Jesus als Botschafter und Prophet verehrt, aber es bleiben christliche Abwertungen: Teilweise bis heute gilt der Islam als christliche Häresie oder als legitime Form der jüdisch geprägten Christenheit (vgl. Einfluss der „Nazarener“ auf den Koran, s.o.S. 81ff den Beitrag von Sidney H. Griffiths). Aber der Islam konnte schon sehr früh auch als Teil der göttlichen Heilsgeschichte angesehen werden. Schließlich wird er als Ismaelismus bezeichnet, um Ismael als Präfiguration Christi zu verstehen. Am wenigsten Schwierigkeiten macht das Verständnis des Islam als abrahamische Religion, während die Bezeichnung des Islam als Gesetzesreligion auch negative Konnotationen mit sich bringt, während Georges Khodr (s.o.S. 513ff den Beitrag von Assad Elias Kattan) den Islam als eine Religion ansieht, die christliche Wahrheiten bestätigt. Damit ist auch der Weg geöffnet, den Islam als legitime religiöse Annäherung an Gott zu verstehen (so Mouchir Aoun, geb. 1966). Sie ist als Minderheitenposition verwandt mit den religionspluralistischen Theologien des Westens. Die Chancen zu einem respektvollen Dialog mit dem Islam zu kommen, hat allerdings derzeit nur geringe Chancen, weil zum einen die selbstkritische Reflexion der eigenen Glaubenstradition defizitär ist und weil zum anderen das Erstarken des (islamischen) Fundamentalismus auch vorsichtige Annäherungen zu zerstören droht.
Bilanz: Beim Rückblick auf die faszinierende und zugleich beunruhigende Geschichte der orientalischen Kirchen und Christen kann man den Herausgebern und Autoren nur dankbar sein, dass sie die Frage der „Ostkirchen“ zwischen Byzanz und Bagdad so deutlich an einzelnen Schlüsselpunkten markiert haben. Hier steht ein großartiges christliches Erbe zur Disposition, das letztlich nur auf friedlichem Wege auch im Nahen und Mittleren Osten wenigstens in einer wieder erstarkenden Minorität erhalten bleiben kann.

Reinhard Kirste 

Christsein in der islamischen Welt (Festschrift Martin Tamcke) 2015
                                                             Inhaltsverzeichnis
                                                                                                                                                                                                                                  Seite
·        Heleen Murre-van den Berg: The Unexpected Popularity
of the Study of Middle Eastern Christianity                                                                                                    1
·        Sebastian Brock: Perfidious Greeks, Blessed Greeks, Blessed Muslims,
and the Memory of Alexander in Dating Formulae of Syriac Manuscripts                                                13
·        Jürgen Tubach: Die Personennamen in den Akten
der edessenischen Märtyrer Šarbēl und Bar Sāmyā                                                                                   27
·        Tilman Nagel: Juden, Christen und Muslime: Religionsgeschichtliche Betrachtungen                             39
·        Angelika Neuwirth: Locating the Qurʾan in the Epistemic Space of Late Antiquity                                   65
·        Sidney H. Griffith: The Qurʾān’s ‘Nazarenes’ and Other Late Antique Christians:
Arabic-Speaking ‘Gospel People’ in Qurʾānic Perspective                                                                        81
·        Jaakko Hämeen-Anttila: Jesus and His Disciples in Islamic Texts                                                            107
·        Georges Tamer: Konstantes und Variables im Koran:
Semantisch-pragmatische Überlegungen zum koranischen Jüngsten Tag ..                                           123
·        John W. Watt: The Prolegomena to Aristotelian Philosophy of George, Bishop of the Arabs                 141
·        Lucas Van Rompay: A Remarkable Note on the Death of Caliph Hishām (743 CE)
in Ms. Deir al-Surian, Syr. 5.                                                                                                                           165
·        Martin Heimgartner: Contexts of Christian Education in Baghdad:
The Letters of the East Syrian Patriarch Timothy I                                                                                       173
·        David G.K. Taylor: The Disputation between a Muslim and a Monk of Bēt Ḥālē:
Syriac Text and Annotated English Translation                                                                                            187
·        Theresia Hainthaler: Ǧāḥiẓ und seine Schrift ›Widerlegung der Christen‹: Eine Annäherung                  243
·        Gerrit Reinink: A Syriac Legend of the Queen of Sheba from 9th-century Gondeshapur                        257
·        Peter Bruns: Briefwechsel mit einem Muslim: Al-Kindîs Apologie des Christentums (9. Jh.)                 269
·        Mark N. Swanson: Mani as a Stand-In for Muslims?
The Question of Address in Yaḥyā ibn Jarīr, “On the Necessity of the Crucifixion”                                  283
·        Dorothea Weltecke:  Bemerkungen zum Kapitel über die Schule
in Bar ʿEbroyos Huddoye (dem Nomokanon)                                                                                             299
·        David Thomas: The Minimalisation of Christianity under Early Islamic Rule                                             313
·        Wolfgang Hage: Die Mongolen im orientalischen Christentum:
Ein Beispiel für Sinn und Zweck einer den eigenen Horizont sprengenden Perspektive                       323
·        Alessandro Mengozzi: Quatrains on Love by Khamis bar Qardaḥe: Syriac Sufi Poetry                          331
·        Anton Pritula: Syroturcica: A Bilingual Poem from the Mongol Time                                                         345
·        Hacik Rafi Gazer: Das Liber interrogationum von Gregor von Datev
im Kontext von interkonfessionellen und interreligiösen Debatten: Eine erste Annäherung                   359
·        Hubert Kaufhold: Der Bericht des Sargīs von Ḥāḥ über seine Pilgerreise nach Jerusalem                    371
·        Baby Varghese: The So-Called Persian Crosses in South India: State of Research                              389
·        Christian Mauder: “You pursue Mahumet’s teachings and I the teachings of Christ,
so let us be silent on this and talk about something else”: Christian-Muslim Encounters
in 18th-century Egypt as Reflected in Moravian Writings                                                                        401
·        Erica C.D. Hunter: Two Codex Handbooks of Amulets:
Mingana ms syr 316 and Rylands ms syr 52                                                                                            423
·        Andrew Nicholas Palmer How the Village of Mʿarre, Christian in 1800,
Became Largely Muslim before 1911: Archives, Travellers’ Tales and Oral Traditions                        439
·        Shabo Talay: Das Schicksal der Bücher von Bsorino im Turabdin während des Sayfo,
des Genozids an den syrischen Christen .                                                                                                479
·        Dietmar W. Winkler: Der Priester, Orientalist und Arabienforscher Alois Musil (1868–1944)
und der Christliche Orient                                                                                                                            495
·        Assaad Elias Kattan: »Anziehung und Repulsion wie zwischen zwei Verliebten«:
Zur Wahrnehmung der westlichen Kultur bei Georges Khodr                                                                  513
·        Heike Behlmer: Antike und moderne Ägyptenimaginationen...                                                                 525
·        Wolfram Reiss: Der Entwurf für ein neues Kirchbaugesetz in Ägypten                                                   547
·        Gabriele Rosenthal / Hendrik Hinrichsen / Johannes Becker:
Zur interaktiven und kollektiven (Selbst-)Vergewisserung eines brüchig werdenden
Wir-Bildes: »Wir Christen in Palästina haben keine Konflikte mit den Muslimen!«                                  567
·        Herman G.B. Teule: Christians in Iraq: An Analysis of Some Recent Developments                              587
·        Harald Suermann: Christen im Irak: Die politischen Ansichten
des Patriarchen Louis Raphael I. Sako                                                                                                        595
·        George Sabra: Middle Eastern Christian Theologies of Islam and the Prospects of Dialogue               613




Rz-Tamcke-Festschr, 31.01.17