Dienstag, 28. Februar 2017

Kurz vorgestellt: Der (vergessene) Islam als Teil Europas


Paderborn: Wilhelm Fink 2016, 533 S. 1 s/w Abb.,
ISBN: 978-3-7705-6135-3

Verlagsinformationen zum Buch
Kann eine innereuropäische Islamgeschichte einfach verschwinden? So haben Historiker, Kulturwissenschaftler und Philologen in Spanien und Frankreich seit den 1990er Jahren zu fragen begonnen. Viele Spezialstudien sind den Spuren dieser Islamgeschichte als Religion, Zivilisation und muslimischer Lebenswelt gefolgt. Ein Bogen spannt sich seit 711 vom Sarazenen-Einfall bis zur »Rückkehr der Morisken« als Arbeitsmigranten im modernen Spanien. Diese Spuren finden sich in Gestalt von Sklaven, Händlern, Diplomaten im Frankenland bis zu den Maghrebinern im heutigen Frankreich. Doch sie treten auch in einer anderen Lektüre der abendländischen Klassiker zutage, schaut man genauer bei Abaelard, Cervantes, Voltaire bis zu Camus und Goytisolo nach. Die Autorin geht der Frage nach, warum dieses Kulturerbe allmählich aus der nationalen und europäischen Geschichtsschreibung verschwunden ist, bis allein die These von der Unverträglichkeit des Islam mit europäischen Werten übrig geblieben zu sein scheint.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Wieder im Blick: Frauen im Buddhismus

Agnes Pollner: Die weibliche Seite des Buddha.
Ein Lesebuch.

Stuttgart: Theseus 2008, 440 S.
--- ISBN 978-3-7831-9535-4 ---
Die Autorin, buddhistische Meditationslehrerin der Vajrayana-Richtung (Diamant-Fahrzeug) hat sich nach 12 Jahren als Theaterschauspielerin entschieden, selbst kreative Prozesse unterschied­licher Art anzuleiten. Sie gehört zum Netzwerk „Tara Libre“ um Sylvia Wetzel und hat selbst den Verein „Frauen im Aufbruch“ gegründet, der das Element des Weiblichen in buddhistische Praxis einbringt. Im Vorwort weist Sylvia Wetzel, ehemaliges Vorstandmitglied in der DeutschenBuddhi­stischen Union (DBU) und bekannte Meditationslehrerin, warum dies ein besonderes Buch ist:
„Frauen gehörten zwar nie zum Mainstream des Buddhismus, aber sie befassten sich in allen Jahrhunderten und Kulturen mit den Lehren des Buddha und seiner Nachfolger und Nachfolgerinnen. Sie übten diese Lehren selbst, und sie versorgten Mönche und Nonnen, Einsiedlerinnen und Einsiedler mit Essen und Kleidung. In den Zeiten und Regionen, wo Frauen Zugang zu Besitz und Bildung hatten, förderten sie Nonnen und Mönche im großen Stil durch den Bau von Klöstern und durch großzügige Geld-, Nahrungs- und Kleiderspenden … Zu allen Zeiten gehörten Frauen auch zu der kleinen Gruppe derer, die die Lehren des Buddha mit Leib und Seele übten … Eine Zen-Lehrerin in Los Angeles war es Ende des 20. Jahrhunderts leid, immer nur die Namen der männlichen Ahnen zu rezitieren, und so stellte Wendy Egyoku Nakao Sensei … eine Liste buddhistischer Frauen … für eine Liturgie zusammen. Heute, am Anfang des 21. Jahrhunderts, werden im Zen Center von Los Angeles die männliche und die weibliche Linie im Wechsel angerufen, und dieses Beispiel macht Schule“ (S. 13f).
Dies ist faktisch der Hintergrund für die Entstehung des Buches, besonders weil Agnes Pollner, bevor sie an die Niederschrift ging, einen Teil der hier versammelten Frauen-Geschichten erzählend in Meditationskurse einbrachte. Dies allein würde jedoch zum Verständnis nicht ausreichen, darum unternimmt es die Autorin, diese Geschichten von weisen Frauen, Heldinnen, Yoginis (Yoga Übende), Dakinis („Engel“), „Heiligen der besonderen Art“ (insgesamt eine Auswahl von 70 Frauen) vorzustellen. Sie ordnet diese den einzelnen buddhistischen Traditionslinien zu – dem frühen Buddhismus (überwiegend Theravada-Geschichten im 1. Teil), dem Mahayana mit den Schwerpunkten Indien, China und Japan im 2. Teil und schließlich dem tantrischen Buddhismus, also dem in Tibet und den umliegenden Regionen beheimateten Vajrayana-Buddhismus, im 3. Teil. Hier kommen auch drei Frauen in besonders ausführlicher Weise zur Sprache, deren Bedeutung Agnes Pollner unter den Gesichtspunkten der Körperlichkeit besonders hervorhebt:
  • Machig Labdrön (wahrscheinlich 11./12. Jh., die Dämonenbezähmerin und die „Erfinderin“ des Chöd, einer speziellen Übung des „Durchschneidens“ eines falsch verstandenen Ichs (S. 342 ff).
  • Mandarava (8. Jh.), die schon als Inkarnation des heiligen Flusses Ganges zu Lebzeiten des historischen Buddhas erschienen war.
  • Yeshe Tsogal (wahrscheinlich 757–817), ebenfalls schon früher reinkarniert und eine der eifrigsten Yoga-Übenden (Yoginis) und tibetische Wanderpredigerin.
Historische Unsicherheiten sowie legendarische Übermalung und Erweiterung gehen dabei eine nicht ohne Weiteres aufzulösende Verbindung ein. Wichtiger jedoch als die historische Klärung sind ihre Geschichten in der der buddhistischen-spirituellen Wirkungsgeschichte. Obwohl ihr Herz wohl etwas stärker in Richtung Tantrismus schlägt, geht es der Autorin wohl nicht nur um die berühmten Frauen: „Die tantrischen Schriften weisen immer wieder daraufhin, dass … besonders jene Frauen gemeint sind, denen man im Alltag begegnet, nicht nur weibliche Lichtgestalten, denen man in der Abgeschiedenheit der Meditation huldigt. Diese Anweisungen richten sich an ein männliches Publikum, das eine antrainierte Abneigung gegen weibliche Körperlichkeit aus dem monastischen Umfeld mitbringt“ (S. 261).
Es ist natürlich nicht möglich, hier auf alle Frauengeschichten und die Vielfalt der buddhistischen Veränderungspraxis einzugehen. Offensichtlich haben Frauen hier etwas in Bewegung gebracht, weil sie bewusst oder unbewusst aufgrund der männlichen Dominanz bisher nicht genügend berücksichtigt wurden. Diese Geschichten, eingebettet in knappe, meist präzise Hintergrundinformationen machen aber durchweg deutlich, dass – wie offensichtlich in vielen Religionen – das weibliche Element aus patriarchalem gesellschaftlichen Interesse vernachlässigt bis unterdrückt wird. Auch der historische Buddha brauchte erst kräftige Hinweise, um überhaupt Nonnenorden zuzulassen.
Wie „Erwachen“ geschieht, zeigen viele Beispielgeschichten, so wie jene der Zen-Meisterin Mugai Nyodai (aus Japan), die Sutras rezitiert, den Klosterhof fegt, schweigt und Wasser im Bambus-Eimer aus dem Brunnen holt. Einmal beim Wasserholen zerbricht der Eimer: „Auf die eine oder andere Weise versuchte ich immer den Eimer zusammenzuhalten, hoffte, der schwache Bambus würde niemals nachgeben. Plötzlich fiel der Boden heraus: Kein Wasser mehr, kein Mond im Wasser mehr. Und Leerheit in meiner Hand“ (S. 200).
Der Zugang zu diesem flüssig und anregend geschriebenen Buch kann auf zweierlei Weise geschehen. Zum einen durch „Schmökern“, wie die Autorin sagt, es ist bewusst als „Lese-Buch“ konzipiert. Aber zum anderen lohnt sich auch der systematische Zugang, gerade wenn man die verschiedenen buddhistischen Richtungen etwas besser in ihrer Frauen-Geschichte und der weiblichen Erleuchtungskraft kennen lernen will.

Weitere Titel zum Thema:

  • Ellison Banks Findly (ed.): Women's Buddhism, Buddhism's Women. Tradition, Revision, Renewal.
    Boston (USA): Wisdom Publ. 2000, 498 pp., index
  • June Campbell: Göttinnen, Dakinis und ganz normale Frauen. Weibliche Identität im tibetischen Tantra. Aus dem Englischen von Theo Kierdorf und Hildegard Höhr. Berlin: Theseus 1997, 320 S.
  • Bimala Churn Law: Women in Buddhist Literature [1927].
    Varanasi (India): Indological Book House 1981, 128 pp. + index: VII pp.
  • Rita M. Gross / Rosemary Radford Ruether: Religious Feminism and the Future of the Planet. A Buddhist-Christian Conversation. London / New York: Continuum 2001, 229 pp.
  • Karma Lekshe Tsomo (Hg.): Töchter des Buddha. Leben und Alltag spiritueller Frauen im Buddhismus heute. Aus dem Englischen vom Sakyadhita-Übersetzerinnenteam.
    München: Diederichs 1991, 326 S., Glossar
  • Ayya Khema / Pema Chödrön: Offenes Herz - mutiger Geist. Oy-Mittelberg: Jhana Verlag 2004, 368 S. 
  • Susan Murcott: Bouddha et les femmes. Les premières femmes bouddhistes d'après le Therigatha. Traduit de l'anglais par Bénédicte Niogret. Paris: Albin Michel 1997, 267 pp.
  • Carola Roloff (Jampa Tsedroen): Publikationen zum Buddhismus, auch Thema: Nonnen
  • Rozett, Ella: Himmelsläuferinnen - Die Engel des tibetischen Buddhismus?
    In: Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.): Engel - Elemente - Energien. Religionen im Gespräch, Bd. 2 (RIG 2). Balve: Zimmermann 1992, S. 350-360
  • Judith Simmer-Brown: Dakin's Warm Breath: The Feminine Principle in Tibetan Buddhism.
    Boston (USA): Shambhala Publ. / Random House 2001, XXV, 404 pp.
  • Kathryn Ann Tsai (Translation): Lives of the Nuns. Biographies of Chinese Buddhist Nuns from the Fouth to Sixth Centuries. Honolulu (USA): Univ. of Hawaii Press 1994, XI, 188 pp., index
  • Masatoshi Ueki: Gender, Equality in Buddhism.
    Asian Thought and Culture, Vol. 46. New York a.o. 2001, XV, 215 pp.
Reinhard Kirste 
Rz-Pollner (bearb). 23.02.2017 

Montag, 13. Februar 2017

Kurz vorgestellt: Jüdische Jesus-Forschung heute

Samstag, 11. Februar 2017

Wieder im Blick: Die Bibel und andere Glaubensweisen

S. Wesley Ariarajah: Die Bibel und die Andersgläubigen. Aus dem Englischen von Ulrike Berger.
Frankfurt/M.: Lembeck 1994, 110 S.
--- ISBN 3-87476-300-5 ---
Englische Originalausgabe: 
The Bibel and People of Other Faiths.
Geneva: World Council of Churches (WCC) 1985, 71 S.
--- ISBN 2-8254-0840-9 ---
Vgl auch im Sinne eines Fortsetzungstitels:
Not Without My Neighbour.
Issues in Interfaith Relations
.
RISK Book Series.
Geneva: WCC 1999, 130 pp.
--- ISBN 2-8254-1308-9 ---
 

Das Buch „Die Bibel und die Andersgläubigen / The Bible and the People of Other Faiths“ des aus Sri Lanka stammenden Professors für Ökumenische Theologie S. Wesley Ariarajah zeigt auf, dass der Dialog mit Andersgläubigen auch von der Bibel her zu befürworten ist. 

Der Autor verfasste das Buch zum einen in Bezug auf die gegenwärtige Situation, in der verschiedene religiöse Traditionen immer präsenter werden, zum anderen auf Grund der speziellen Bitte der asiatisch-pazifischen Sektion des christlichen Studentenweltbundes. Denn der Dialog in (Süd-)Ostasien bildet viel stärker als in Europa einen Wesensteil persönlicher religiöser Existenz.
Die Kernfrage, die im gesamten Buch thematisiert wird, lautet, ob es einen Gott oder viele Götter gibt und wenn Letzteres zutrifft, ob diese wählbar sind.
Da es bereits viele Ansätze gibt, wie man in den Dialog mit Andersgläubigen treten kann, ohne dabei die Verwurzelung im eigenen Glauben aufzugeben, widmet sich der Autor bewusst einer komplexen Facette des Themas: Er beschäftigt sich damit, was für eine Rolle die Bibel bezüglich des interreligiösen Dialogs spielt, indem er sich auf diese als Grundlage bezieht, statt die Diskussion wie viele andere an ihr vorbei zu führen. So beabsichtigt er, eine neue Perspektive für den Dialog aufzuzeigen, die einen Gegenpol zu der weit verbreiteten Argumentation von Kritikern bildet, die Bibel als Beleg eines exklusiven Verständnisses zu sehen.
Er betont, dass es ihm lediglich darum geht, neue Wege zu gegenseitigem Verständnis zu eröffnen, statt zu beweisen, dass der interreligiöse Dialog biblisch ist. Seine Ausführungen orientieren sich an den Bibelwissenschaften, indem er vor allem historisch-kritisch mit der Bibel und deren Auslegung umgeht. Gleichzeitig bemüht er sich, alle Aspekte bekennend statt dogmatisch darzulegen. Er richtet sich gezielt an alle Christen im Zusammanhang religiöser Vielfalt. Das geht nicht nur Fachleute an.
Nach dem Vorwort und der Einführung, in denen er diese Absichten und Ziele des Buches darlegt,
folgen 7 Kapitel:
  1. „Kein anderer Gott“
  2. „Zwei Erfahrungen“
  3. „Jesus, der einzige Weg?“
  4. „Biblische Gründe für den Dialog“
  5. „Zeugnis und Dialog“
  6. „Bekenntnis im Dialog“
  7. „Ansätze einer dialogischen Theologie“

Hier führt jeweils bestimmte Bibelstellen an, die seiner Argumentation für den Dialog dienen, wobei er diese stets in die Lehrzusammenhänge der gesamten Bibel stellt und nicht isoliert oder absolut betrachtet.
Allem voran betont er seine Auffassung der Bibel als Glaubenszeugnis aus der persönlichen Sicht der jeweiligen Gläubigen, weshalb andere Religionen ebenfalls nur aus dieser Sicht erwähnt werden.
Zunächst bezieht sich der Autor auf die Schöpfungsgeschichte, welche zum Ausdruck bringt, dass es sich um einen einzigen Gott handelt, der Schöpfer aller Menschen ist. Die Genesis benennt Adam als Prototyp des Menschen an sich. Es geht um die Menschheitsfamilie als solche und nicht nur um Christen; daher ist auch die Rede von einem universalen Bund. Erst ab Genesis 12 geht es speziell um das Volk Israel. Das betrifft die Perspektive auf sich selbst und andere sowie die jeweiligen religiösen Überzeugungen.    
Wenn sich also Israel oder auch ein anderes Volk bzw. eine andere Gruppe usw. als das von Gott erwählte Volk bezeichnet, handelt es sich laut Ariarajah somit lediglich um deren eigenes Selbstverständnis. Dieses Selbstverständnis ist weder objektiv beweisbar oder widerlegbar, noch hat es, außerhalb der betreffenden Gruppe, eine Bedeutung für Andere. Es darf darum auch nicht als Kommentar über Gottes Beziehung zu Anderen gewertet werden. Die Bibel ist Dokument eben dieses Selbstverständnisses, wobei sie von außen betrachtet demnach nur subjektive Erfahrungen beinhaltet.
Nach der Bibel handelt es sich nach der Autor also um einen Gott als Schöpfer aller Völker, der aus verschiedenen Perspektiven wahrgenommen und erlebt wird. Würden Christen dies verleugnen, sind sie nach seiner Lesart in der Konsequenz Polytheisten. Eine Erwählungslehre bzw. das damit zusammenhängende Selbstverständnis eines Volkes kann demnach nur gelten, wenn zum einen von Gott als Schöpfer aller Menschen ausgegangen wird und es sich zum anderen immer nur um eine selbst bezogene und damit nicht für Andere geltende Aussage handelt.
Ein Missverständnis ist es nach Ariarajah jedoch zu denken, alle Religionen seien dieselben, da sich die jeweiligen religiösen Vorstellungen voneinander unterscheiden und somit nicht gleichermaßen wahr sein können. Vielmehr besitzen sie für die jeweiligen Gläubigen eine eigene Wahrheit. Christen sollten Gott also nicht für sich allein beanspruchen, da ein Dialog nur dann entstehen kann, wenn vom biblischen Glauben her ein für alle wirkender Schöpfers zur Grundlage wird.
Diese aus Genesis resultierenden Lehren für das Verhältnis zu Andersgläubigen führt der Autor anschließend immer wieder als Basis innerhalb seines ganzen Buches an.
Nun beschäftigt sich ein Großteil des Buches mit der Rolle von Jesus Christus, der in der Bibel als einziger Weg, als einziger Erlöser und als einziger Mittler dargestellt wird. Der Autor bezieht sich auf diesen Aspekt, indem er bekräftigt, dass es sich bei den genannten absolut erscheinenden Ansprüchen lediglich um persönliche Glaubensaussagen handelt, die nicht im Sinne einer objektiven Wahrheit zu verstehen sind, die für alle gleichermaßen gültig ist.
Schließlich betont Ariarajah, dass der Mensch die absolute Wahrheit schlichtweg nicht erfassen kann. Exklusivansprüche in diesem Sinne würden daher zu Entfremdungen führen. Vielmehr versteht er als Theologe unter einem fruchtbaren Dialog, dass man sich zu seinem Glauben bekennen sollte, jedoch ohne Andere zum eigenen Glauben zu bekehren, also zu missionieren. Dieser Dialog sollte durchaus auch kritische Wahrnehmung des eigenen Glaubens und des Glaubens der Anderen beinhalten. Der Autor zeigt mit seinem Buch, dass diese Art des Dialoges von der Bibel her zu begründen ist:          
  • Zum einen, weil die Bibel inhaltlich nicht nur wertende und abgrenzende Aspekte betont,
    sondern auch zum Dialog aufruft.       
  • Zum anderen weil die Bibel selbst nicht als statisches Gesetzbuch,
    sondern als lebendiges Wort zu verstehen ist,
    das in einer dialektischen Beziehung zum Leser steht. 

Das bedeutet, dass auch der eigene Glaube nur in der ehrlichen Kommunikation auf gleicher Ebene mit dem Anderen Frieden stiftend wirken kann. Nur so können auch Menschen verschiedener Religionen in versöhnter Nachbarschaft zusammenleben.

Weitere Titel von S. Wesley Ariarajah:

Larissa Behrensmeyer, Stella Dietrich, Lara Eileen Lange
im Rahmen des Seminars:
Interreligiöses Lernen mit Heiligen Schriften
und Erzählungen aus dem Weltreligionen
(TU-Dortmund, WiSe 2016/2017)

Rz-Ariarajah-Bibel, 08.02.2017 



Freitag, 10. Februar 2017

Frankreich: Laizität, religiöser Pluralismus und Islam (aktualisiert)

 
Centre Pompidou Metz

In Frankreich spielt die Laizität laïcité - gesellschaftlich eine tragende Rolle. Religionen und Religiosität sind damit viel eindeutiger als in Deutschland der Privatsphäre zugeordnet. Dennoch gibt es nicht nur durch die Migration aus islamischen Ländern, sondern auch durch die Zunahme von Anhängern anderer Religionen, besonders des Buddhismus, eine veränderte multikulturelle Landschaft. Sie gibt dem religiösen Pluralismus in der französischen Gesellschaft einen neuen Stellenwert. Die Debatten innerhalb der Sciences humaines et sociales treten damit verstärkt in den gesellschaftlichen Vordergrund.
                   
Übersicht
  1. Frankreich - Laizismus und Islam
  2. Promotoren des interreligiösen und interkulturellen Dialogs
  3. Einzelveröffentlichungen (Literaturauswahl)
  4. Sammelbände, Zeitschriften Materialhefte

1.  Frankreich - Laizismus und Islam
Zu den Infos: Auf die Cover klicken !








2.  Promotoren des interkulturellen
und interreligiösen Dialogs in Frankreich
(mit Download-Möglichkeiten):


 Abbé PIERRE (1912-2007)
Mohamed ARKOUN (1928-2010)

Jacques BERQUE (1910-1995)
--- Islam in Bewegung und Bedeutung des Korans
(Sammelrezension deutscher und französischer Titel in RIG 6/2000, S. 489-492)

Rémi BRAGUE (geb. 1947) zu Christentum und Islam

Malek CHEBEL (1953-2016): Für einen aufgeklärten Islam

Régis DEBRAY

  • Ce que nous voile le voile. La République et le sacré. Paris: Gallimard 2003
  • Les  communions humaines. Pour en finir avec "la religion". Paris: Fayard 2005
  • (avec Claude GEFFRÉ) - Avec ou sans Dieu? Le philosophe et le théologien.
    Dialogue animé par Éric Vinson. Paris: Bayard 2006

Jacques DUPUIS SJ (1923-2004)
--- Unterwegs zu einer Theologie des religiösen Pluralismus

Jacques GAILLOT (geb. 1935)

 Roger GARAUDY (1913-2012)

Jean GLAVANY
--- La laicité. Un combat pour la paix. Paris: Héloise d'Ormesson 2011

Alfred GROSSER (geb. 1925)
--- Deutschland, Frankreich und die gemeinsame Weltverantwortung ------------
Einblick in Bücher von A. Grosser in "Perlentaucher): hier


René GUÉNON (1886-1951)
Wolfgang Neumann: Réné Guenon - Ein französischer Esoteriker des 20. Jahrhunderts 
(Sammelrezension in RIG 8/2004, S. 423-432)

René GIRARD (geb. 1923)

 Gilles KEPEL (geb. 1955)
  
Fatima MERNISSI (1940-2015)
--- Islam, die Frauen und die Moderne


Paul RICOEUR (1913-2005)
Olivier ROY (geb. 1949)
Frère Roger SCHUTZ (1915-2005)

3.  Einzelveröffentlichungen
(Autoren A-Z) mit Informationen zum Download

  • Paul AIRIAU: Cent ans de laïcité française. 1905-2005.
    Paris: Presse de la Renaissance 2005
  • Zahra ALI: Féminismes islamiques. Paris: La Fabrique 2012
    --- Rezension in Liens socio 2012
    --- Rezension von Françoise Feugas in babelmed (Juni 2016)
  • Florence ASSOULINE: Musulmans. Une chance pour l'Islam. Paris: Flammarion 1992
  • BAYART, Jean-Francois: L'Islam Républicain. Ankara, Téhéran, Dakar.
    Paris. Albin Michel  2010
  • BAUBÉROT, Jean: Les sept laïcités françaises
    Le modèle française de laïcité n'existe pas. 
    Charenton-le-Pont: Les Éditions de la Maison des sciences de l'homme 2015
    --- Les sept laïcités françaises – 3 questions à Jean Baubérot.
         IRIS, 15.07.2015
  • Fethi BENSLAMA: Un furieux désir de sacrifice - le surmusulman.
    Paris: Seuil 2016
  • Abdenour BIDAR:  La laïcité ne doit par devenir un tabou.
    Le Monde - Idées, 22.10.2013
  • Michel BOZDÉMIR (dir.): Islam et laïcité. Approches globales et régionales.
    Paris: L'Harmattan 1996
  • Mohamed CHARFI: Islam et liberté. Le malentendu historique.
    Paris: Albin Michel 1998
  • Mohamed CHARFI: L'islam entre le message et l'histoire.
    Traduit de l'arabe par André Ferré. Paris. Albin Michel 2004
  • Eddy CALDI:  Laïcité, le triomphe de l'équivoque.
    Le Monde Diplomatique, mars 2012

  • Georges CORM: Missverständnis Orient (2002/2004)
  • Felice DASSETTO: La rencontre complexe. Occidents et islams.
    Louvain-La-Neuve (B): Bruylant-Academia 2004
  • Naomi DAVIDSON: Only Muslim: Embodying Islam in France.
    Ithaca & London: Cornell Univ. Press  2012, XVIII, 300 pp.
    Rezension von John Tolan (academia.edu, Mai 2016)
  • Milad DOUEIHI: Le Paradis Terrestre. Mythes et Philosophies. Paris. Seuil 2006
  • Jean Michel DUCOMTE: La laïcité. Toulouse: Éditions Milan 2001
  • Franck FRÉGOSI: Penser l'islam dans la laïcité. Paris: Fayard 2008, 496 S.
    Rezension in REMMM no. 126 (novembre 2009) von Katrin Rømhild Bankaaba  
  • André GLUCKSMANN: Voltaire - contre-attaque. Paris: Laffont 2014
    Voltaire-Texte und Kommentar von Philippe Soller zum Buch
    im Zusammenhang mit Candide oder der Optimismus (pileface.com, 01.11.2014)
  • Nilefer GÖLE: A la Turca. Laizität in Frankreich und der Türkei.
    Halbjahresmagazin #polar 3 (2014): Religion und Kritik
  • El HAGGAR, Nabil (dir.): La Méditerranée des femmes. Paris: L'Harmattan 1998
  • Bruno ÉTIENNE / Raphael Liogier (dir.): Être bouddhiste en France aujourd'hui.
    Paris: Hachette 1997
  • Abdou FILALI-ANSARY: L'Islam est il hostile à la laïcité? Arles: Actes Sud 2002
  • Jean-Pierre FILIU: Les Arabes, leur destin et le nôtre. Paris: La Découverte 2015
    Rezension in: Chrétiens de la Méditerranée (04.06.2016)
  • Vincent GILBERT / Jean-Paul WILLAIME (éd.):
    Religions et transformations de l'Europe.
    Presses Universitaires de Strasbourg 1993
  • Jean GLAVANY: La laïcité. Un combat pour la paix.
    Paris: Héloise d'Ormesson 2011
  • Martine GOZLAN: L'Islam et la République.
    Des musulmans de France contre l'intégrisme. Paris: Belfond 1994
  • Alain GRESH: L'islam, la République et le monde. Paris: Fayard 2004 
  • Abdellali HAJJAT / Marwan MOHAMMED:
    Islamophobie. Comment les élites françaises fabriquent le "problème musulman".
    Paris: La Découverte 2016
    Rezension von Djalila Dechache in babelmed (Juni 2016)
  • Anne-Sophie LAMINE:  La cohabitation des dieux.
    Pluralité religieuse et laïcité. Paris: puf 2004
  • Serge LATOUCHE: Jacques Ellul contre le totalitarisme technicien.
    Neuvy-en-Champagne: Le passager clandestin 20013 
  • Dom Robert LE GALL / Lama JIGMÉ RINPOCHE:
    Le Moine et le Lama. Entretien avec Frédéric Lenoir
    en collaboration avec Pierre Saurel, traducteur de Lama Jigmé Rinpoche.
    Paris: Fayard 2001 (Rezension in RIG 7/2002, S. 464f)
  •  
  • LA DÉCOUVERTE (dir.):
    Préfaces à 30 ans d'édition, 1983-2013.
    Avant-préfaces de François Cusset. Paris La Découverte 2013
  • Frédéric LENOIR: Le bouddhisme en France. Paris: Fayard 1999 
  • Raphaёl LIOGIER: Le mythe de l'islamisation. essai sur une obsession collective.
    Paris: Seuil 2012
  • Khalid AL-MAALY (Hg.): Die Arabische Welt.
    Zwischen Tradition und Moderne. Heidelberg: Palmyra 2004
    (Rezension in RIG 9/2006, S. 492-493)
  • Michel MESLIN (éd.): Maître et disciples dans les traditions religieuses.
    Paris: Cerf 1990 (Rezension in RIG 3/1994, S. 436-438)
  • Le MONDE des RELIGIONS. No. 37 (Septembre-Octobre 2009):
    Être musulman en France 
  • Jean MOREAU: Freimaurer - Mythos eines einflussreichen Netzwerks.
    Aus dem Dossier Frankreich (Bundeszentrale für politische Bildung, 27.01.2014)
  • Rareq OUBROU: Profession imâm. Paris: Albin Michel 2009, 251 pp.
  • SCHRITTE INS OFFENE (SiO Nr. 05/2012):
    Fremd in Frankreich. Liberté, Égalité, Fraternité?
    Migrantinnen als Stieftöchter der Republik.
  • John Tolan / Dominique Avon ---
    La laïcité: des repères pour en parler et l’enseigner
    (academia.edu)
  • Alain TOURAINE: La fin des sociétés. Paris: Seuil 2013
  • Dominique URVOY: Les penseurs libres dans l'Islam Classique.
    Manchecourt: Champs-Flammarion 2003 (Rezension in RIG 9/2006, S. 512-515) 
  • Jean-Paul WILLAIME: Les enjeux du XXIe siècle. Paris: Fayard 2004
  • Fouad ZAKARIYA: Laïcité ou l'islamisme. Les arabes à l'heure du choix.
    Traduit de l'arabe et présenté par Richard Jacquemond.
    Paris: La Découverte /Kairo: Al-Fikr 1991
4.  Sammelbände, Zeitschriften
und Materialhefte zum Themenbereich