Freitag, 21. März 2025

Mascha Kaléko (1907 - 1975): Aus dem Schatten heraus das Helle sehen

Mascha Kaléko (Autor),
Hg.: 
Daniel Kehlmann 

 
Ich tat die Augen auf und sah das Helle: Gedichte und Prosa.
Ausgewählt und mit einem Vorwort von Daniel Kehlmann 
München: dtv 2024, 3. Aufl., 256 S.

ISBN : 978-3-423-28420-2




Verlagsinformation

Eine Klassikerin, eine große Außenseiterin – Daniel Kehlmann liest Mascha Kaléko

Mascha Kaléko ist eine leuchtende Ausnahmeerscheinung in der deutschen Literatur. Niemand verkörpert das Berlin der Weimarer Republik zwischen Schreibmaschinengrau, hellen Kinoreklamen und nicht enden wollenden Nächten im Romanischen Café so sehr wie die melancholische Großstadtdichterin mit ihrem sprühenden Witz. Auch nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten 1938 besang sie diese verlorene Heimat in Versen vom Emigrantenleben in New York, Jerusalem und anderswo.

Zu ihrem fünfzigsten Todestag wirft Daniel Kehlmann mit dieser Auswahl einen persönlichen Blick auf das Werk seiner Schriftstellerkollegin – auf die »Großstadtlerche«, die glücklich und unglücklich Liebende, die berlinkranke Kosmopolitin.

»Mascha Kaléko, die undeutscheste deutsche Dichterin, hat die elegantesten, traurigheitersten Gedichte seit Heinrich Heine geschrieben. Was für ein Schatz an Form, Schönheit und weiser Melancholie!« Daniel Kehlmann

Memento
Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang, 
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind. 
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? 
Allein im Nebel tast ich todentlang 
Und laß mich willig in das Dunkel treiben. 
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben. 
Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr; 
– Und die es trugen, mögen mir vergeben. 
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, 
Doch mit dem Tod der andern muß man leben. 




  • Mascha Kaléko-Webseite >>>
  • Zum Leben von Mascha Kaléko (1907 - 1975): hier
    Die Lyrikerin Mascha Kaléko wurde 1907 (nicht-ehelich) in Chrzanów, Galizien (heute Polen)als Golda Malka Aufen  geboren. Der Vater war Russe, die Mutter eine jüdische Österreicherin. Die Familie ging 1914 aus Angst vor Pogromen nach Deutschland und ließ sich1918 in Berlin nieder. Nach dortigen Schul- und Studienjahren wurde sie 1930 von Monty Jacobs, einem der Pioniere des deutschen Feuilletons, für die „Vossische Zeitung“ entdeckt. Hier und im „Berliner Tagesblatt“ erschienen jahrelang ihre Gedichte, die sie rasch zu einer literarischen Berühmtheit machten. Ihre Bücher und Veröffentlichungen wurden allerdings von der nationalsozialistischen Zensur 1935 verboten.
    Sie trennte sich v
    on ihrem ersten Ehemann Saul Aaron Kaléko, den sie 1928 geheiratet hatte. Nach der Emigration 1938 lebte sie mit ihrem zweiten Mann als amerikanische Staatsbürgerin in New York, dem Dirigenten und Komponisten Chemjo Vinaver, und ihrem Sohn Steven, der ihre lyrische Begabung geerbt hatte, jedoch früh starb. Mascha Kaléko starb nach jahrelangem Aufenthalt in Jerusalem im Januar 1975 in Zürich
  • Weiteres zum Lebenslauf (Frauenarchiv)
  • Veröffentlichungen: hier
  • Bücher von und über Mascha Kaléko

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