Mascha Kaléko (Autor),
Hg.: Daniel Kehlmann
Memento
Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.
- Mascha Kaléko-Webseite >>>
- Zum Leben von Mascha Kaléko (1907 - 1975): hier
Die Lyrikerin Mascha Kaléko wurde 1907 (nicht-ehelich) in Chrzanów, Galizien (heute Polen)als Golda Malka Aufen geboren. Der Vater war Russe, die Mutter eine jüdische Österreicherin. Die Familie ging 1914 aus Angst vor Pogromen nach Deutschland und ließ sich1918 in Berlin nieder. Nach dortigen Schul- und Studienjahren wurde sie 1930 von Monty Jacobs, einem der Pioniere des deutschen Feuilletons, für die „Vossische Zeitung“ entdeckt. Hier und im „Berliner Tagesblatt“ erschienen jahrelang ihre Gedichte, die sie rasch zu einer literarischen Berühmtheit machten. Ihre Bücher und Veröffentlichungen wurden allerdings von der nationalsozialistischen Zensur 1935 verboten.
Sie trennte sich von ihrem ersten Ehemann Saul Aaron Kaléko, den sie 1928 geheiratet hatte. Nach der Emigration 1938 lebte sie mit ihrem zweiten Mann als amerikanische Staatsbürgerin in New York, dem Dirigenten und Komponisten Chemjo Vinaver, und ihrem Sohn Steven, der ihre lyrische Begabung geerbt hatte, jedoch früh starb. Mascha Kaléko starb nach jahrelangem Aufenthalt in Jerusalem im Januar 1975 in Zürich - Weiteres zum Lebenslauf (Frauenarchiv)
- Veröffentlichungen: hier
- Bücher von und über Mascha Kaléko
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