Donnerstag, 1. Oktober 2020

Roger Crowley - Das harte Ende des Kreuzfahrerstaats - with multilingual summaries

Roger Crowley:
Der Fall von Akkon.
Der letzte Kampf
um das Heilige Land.

Aus dem Englischen übersetzt
 von Norbert Juraschitz
Darmstadt: WBG Theiss
2020, 288 S., Abb., Karten, Register

ISBN 978-3-8062-4177-8 auch als eBook erhältlich

English summary - résumé français -resumen español >>>

Die  Kreuzzugszeit - faszinierend und beunruhigend

Obwohl die Kreuzfahrerzeit ins "tiefe" Mittelalter gehört, steht sie als "fascinosum tremendum" immer wieder im Blickfeld gegenwärtiger Debatten. Das Auf und Ab der Kreuzzüge, christliche Ansprüche und islamische Abwehrhaltungen zeichnen ein facettenreiches Bild, das die tatsächlichen Ereignisse nicht selten schaurig untermalen. Die Kreuzzüge als Symbol christlichen Machtanspruchs gegenüber dem Islam über die "heiligen Stätten" am östlichen Mittelmeer rufen immer wieder emotionsreiche Diskussionen hervor  

Als trotz einer letzten Beruhigungsphase dank des anders gearteten Kreuzzugs  von
Kaiser Friedrich II (Friede von Jaffa 1229), schwächten nicht nur innere Streiteren der Köngreichs-verwalter den Kreuzfahrerstaat, sondern auch die islamischen Herrschrer rüsteten auf, um schließlich auch die letzte entscheidende christliche Bastion zu stürmen. Darum griff im Frühjahr 1291 ein großes koordiniertes Heer  unter dem 
ägyptischen Mamluken-Sultan al-Aschraf Chalil die strategisch entscheidende Stadt und eroberte sie unter erbitterten Kämpfen schließlich am 18. Mai 1291.  Das war nicht nur eine vernichtende  militärische Niederlage, sondern gleichzeitig das Ende der religiös-politischen Vision des Heiligen Landes als christliches Königreich.

Diese höchst wechselvolle Geschichte der Kreuzzugszeit  mit Akkon als Schauplatz eines 200 Jahre andauernden Konflikts sehen  christliche und muslimische Augenzeugen und Quellen verständliherweise unterschiedlich. Roger Crowley gelingt es, diese verschiedene "Optik" der Quellen beider Seiten aufzuarbeiten und daraus eine faszinierend-informative Geschichte der Kreuzzüge bis zum furchtbaren Ende darzustellen.  Auch so kann man Geschichte in Geschichten schreiben! 

Inhalt / Cantents 

Prolog: Der verfluchte Turm ---  S. 13 

--- die schwächste Stelle der Verteidigungsmauer in Akkon --- 


1.  Das Zweite Königreich von Jerusalem (1200-1249) --- 21
--- die Restbastionen des Kreuzfahrerstaats nach dem Fall von Jerusalem
2.  Tod am Nil  (1249/1250) --- 21
--- Der Kreuzzug, zuerst nach Ägypten - Machtprobleme: 
     Der Tod Sultan al-Salih

3.  Zwischen Mamluken und Mongolen (1250-1260) --- 56
--- Machtverschiebungen am östlichen Mittelmeer
--- Zerrüttungen in der islamischen Welt
4.  Der Löwe von Ägypten  (1260-1269) --- 56
--- Der Aufstieg Baibars zum Sultan von Syrien und Ägypten
5.  Ein Welpe, der eine Dogge ankläfft (1270-1288) --- 90
--- Eduard I. (Langbein) von England und die Hafenstadt Akkon
     im Angriffsfeld Baibars

6.  Krieg dem Feinde - Winter 1288 bis Herbst 1290 --- 111
--- Durch ein Massaker an muslimischen Händlern plant Sultan Qalawun
    Akkon direkt anzugreifen 
7.  "Meine Seele sehnte sich nach dem Dschihad" -
 (Herbst 1290 bis März 1291) --- 127
--- Sultan Khalil al-Aschrafs Truppen auf dem Weg nach Akkon
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8.  Das rote Zelt (19. April 1291) --- 141
     --- Die Symbolik des Zeltes von Khalil al-Aschraf als Kampfsymbol
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9. "Donnerschläge, Blitze"  (10.-13. April 1291) --- 157
Die Kampfhandlungen 

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10. Ausfälle  (13. April bis Anfang Mai 1291 --- 175
--- Die verzweifelten Versuche der Eingeschlossenen
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11.  Verhandlungen (17. Mai 2091) --- 189
--- Die kritische Lage der Verteidiger,
aber auch Probleme im Umkreis des Sultans 
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12.   "Seht die Wunde"! - morgens bis mittags - 18. Mai 1291 --- 207
--- Das Eindringen der Feinde und die Schwachstelle des verfluchten Turms
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13.  Der furchtbare Tag - Der Höhepunkt: 18. - 28. Mai 1291 --- 221
--- Die Schrecken, Zerstörungen und Versklavungen
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14.  "Alles war verloren" --- 234
--- Das Ende des Traums von einem christlichen Königreich Jerusalem
    war ausgeträumt:
    "Das Ende der Templer - ihre Überflüssigkeit und ihr
     problematischer Status in einem Europa, in dem sich allmählich
     Nationalstaaten herausbildeten - war symptomatisch für einen
     allmählichen Wandel im Bewusstsein des westlichen Christentums"
     (aaO S. 246). 
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Epilog: Ein Wohnort für Schlangen --- 250
--- eine verwüstete und nicht mehr bewohnbare Stadt
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Anhang --- 255 / Dank --- 256 / Anmerkung der Namen --- 257
Kurze Zeittafel der Kreuzzüge ins Heilige Land: 1095-1293
Die Quellenlage zum Fall Akkon
Bibliografie
Anmerkungen --- 273 / Bildnachweis --- 280 / 
Register --- 285-288




























Die Originalausgabe -

Roger Crowley: Accursed Tower

The Crusaders' Last Battle for the Holy LandYale University Press 2020, 304 pp., illustr., index
          ISBN:
978-0300254808

"Accursed Tower" by Roger Crowley




The city of Acre, powerfully fortified and richly provisioned, was the last crusader stronghold. When it fell in 1291, two hundred years of Christian crusading in the Holy Land came to a bloody end. With his customary narrative brilliance and immediacy, Roger Crowley chronicles the tumultuous and violent attack on Acre, the heaviest bombardment before the age of gunpowder, which left this once great Mediterranean city a crumbling ruin.
The ‘Accursed Tower’ was the focal point of this siege. As the last garrison of the Crusader defences, it came to symbolise the disintegration of the old world and the rise of a new era of Islamic jihad. 


Crowley’s narrative is based on forensic research, drawing heavily on little known first hand sources, both Christian and Arabic. This is a fast-paced and gripping account of a pivotal moment in world history. 

Pressestimmen


Roger Crowley vermag uns in einen Zustand zu versetzen, wo man in Buch nicht mehr weglegen kann, sondern es auf der Stelle unbedingt zu Ende lesen muss, weil man sonst vor Neugier platzt! Denis Scheck, druckfrisch zu „1493“
Eine hervorragend ausgearbeitete Studie des Falls von Akkon anhand einer Fülle von Primärquellen, darunter mehrere bislang wenig genutzte Schilderungen … schreibt Crowley fachkundig und feinsinnig.Peter Frankopan, Financial Times 
Crowley liefert eine flotte, geschickt gewobene Schilderung, die sich zu einem Crescendo steigert, das die Belagerung bis in die letzten entsetzlichen Details beschreibt. 
Sophie Therese Ambler, BBC History Magazine
Dieses Buch ist eine ausgezeichnete, umfassende Darstellung des Falls der letzten Kreuzritterfestung im Heiligen Land. 

Alexander Stilwell, Catholic Herald


Biblische und koranische Texte in Gegenüberstellungen (aktualisiert)

Für die praktische Dialogarbeit von Christen und Muslimen hilft besonders, Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten von Bibel und Koran herauszustellen. Diese Gegenüberstellungen gewinnen durchaus auch Vergleichscharakter. Allerdings bedarf es zum genaueren Verständnis kompetenter Hinführungen und sorgfältiger Bearbeitung. Besonders gut gelungen ist dies bei 
Stefan Jakob WIMMER und Stephan LEIMGRUBER:
Von Adam bis Muhammad. Bibel und Koran im Vergleich 
(Katholisches Bibelwerk 2005)
Ausführliche Rezension: hier 








Thomas Römer / Jacqueline Chabbi: 
Dieu de la Bible - Dieu du Coran
Entretiens avec Jean-Louis Schlegel. 
Paris: Seuil 2020, 304 pp.


Thomas  Römer: Besprechungen zu Büchern in Nonfiction 
--- livres recensés 
sur Nonfiction par Stéphane Briand









Abraham trifft Ibrahîm.
Streifzüge durch Bibel und Koran.

Berlin: Suhrkamp 2018, 309 S.



Sebastian Guenther --- Jesaja, ein alttestamentlicher Prophet und seine Botschaft in der islamischen Tradition
In: Transmission and Interpretation of the Book of Isaiah in the Context of Intra- and Interreligious Debates, ed. Peter Gemeinhardt and Florian Wilk, (Bibliotheca Ephemeridum Theologicarum Lovaniensium, 280)
Leuven: Peeters Publishers, 2016, S. 393-431









































































































































Marlies ter Borg (compiled and introduced)
Sharing Mary. Bible and Qur'an Side by Side 2010, 359 S.


Dies ist eine wichtige, sorgfältig kommentierte Zusammenstellung von biblischen und koranischen Texten, unterstützt von kompetenten islamischen und christlichen Islamwissenschaftler/innen. Dadurch lässt sich in den Geschichten bei all ihrer Unterschiedlichkeit doch eine spirituelle Gemeinsamkeit entdecken. Zugleich bietet sich die Möglichkeit, durch den Vergleich ungewohnte Aspekte der eigenen Tradition zu entdecken.
Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zum "Trialog"von Juden, Christen und Muslimen.


David Meyer  (dir.)/ Yves Simoens, Soheib Bencheikh:
Les Versets douloureux. Bible, Évanglie et Coran entre conflit et dialogue.

Bruxelles: Lessius (Diffusion Cerf) 2008, 207 pp.  
--- Rezension in Persée:  
Année 2010  Volume 41  Numéro 4  pp. 603-604


Nacherzählend einen Gang durch wichtige Geschichten aus Bibel und Koran zu unternehmen, liegt mit dem dreisprachig erschienenen Buch der Stichting Trialoog in Amersfoort (NL) vor: 

Francien van Overbeeke-Rippen: 
Abraham and Ibrahim. 
Bible und the Qur'an Told to Children.

Study Guide by Kenneth
and Margaret Thomas.
Louisville, Kentucky (USA):
Bridges Resources 2006, 250 pp., Glossary 

Francien van Overbeeke-Rippen: 
Abraham und Ibrahim. 

Nacherzählungen aus der Bibel und dem Koran (nicht nur) für Kinder --Übersetzung: Francien van Overbeeke-Rippen. Amersfoort, NL 2017, 55 S. Übersetzung aus: Francien van Overbeeke-Rippen: Ibrahiem en Abraham, Koran en Bijbel verteld voor kinderen. 
Stichting Trialoog. Amersfoort, Niederlande 2014. 4. Auflage
Deutsche Übersetzung (PDF): Download hier --- Weitere Informationen: hier




 Tora, Evangelium,  und Koran.
 3 Bücher, 2 Städte,
 1 Erzählung -
 


  Anton WESSELS: Thora, Evangelie en Koran.
  3 Boeken,
  2 Steden, 1 Verhaal. 
  Kampen (NL): Kok 2010

  Englische Übersetzung:
  The Thora, The Gospel, the Qur'an.
Three Books, Two Cities.
Grand Rapids, Mi (USA): Eerdmans  2014, 334 pp.

  Verlagshinweis: hier  ----------------------------  Mehr Informationen: hier



Es ist eine besondere Monografie
 
zu den drei monotheistischen Traditionen,
 in der auch die heiligen Städte - nicht nur Jerusalem und Mekka - besonders gewürdigt werden.