Dienstag, 6. Februar 2018

Das sephardische Judentum der Iberischen Halbinsel in seiner wirkungsgeschichtlichen Bedeutung (aktualisiert)

 .

Toledo: Kirche María de La Blanca,
ehem. Synagoge Ibn Sushan

(Wikipedia)
Die Geschichte der Sephardim auf der Iberischen Halbinsel sind nicht nur für die Kulturentwickung von Spanien und Portugal bedeutsam, sondern für die gesamte Mittelmeer-Region bis nach Indien.

Der Wikipedia-Betrag fasst dies präzise zusammen:

"Als Sephardim (hebräisch סְפָרַדִּים, Sfaradim; deutsch Sepharden) bezeichnen sich die Juden und ihre Nachfahren, die bis zu ihrer Vertreibung 1492 und 1513 auf der Iberischen Halbinsel lebten. Nach ihrer Flucht ließen sich die Sepharden zum größten Teil in Siedlungsgebieten des Osmanischen Reiches (Bosnien) und in Nordwestafrika (Maghreb) nieder. Ein kleiner Teil siedelte sich auch in Nordeuropa an, insbesondere in den Seehandelsstädten der Niederlande (unter anderem Amsterdam), und in Norddeutschland (vor allem in Hamburg), aber auch in Frankreich (Bordeaux, Bayonne), in Italien (Livorno, Ferrara), in Amerika, Indien und Afrika. Ihre Kultur beruhte weiterhin auf der iberischen Kultur. Darin unterscheiden sich Sephardim von den mittel- und osteuropäisch geprägten Aschkenasim"

Mit der Androhung von Zwangsbekehrung bzw. mit der Vertreibung der Juden  durch das Edikt der Katholischen Könige im Jahr 1492 fand eine Emigration extremen Ausmaßes statt. Diese führte zu großen sephardischen Populationen bis nach Mittel- und Osteuropa und Zentralasien. 



Migrationen und Siedlungsgebiete der spanischen Juden (Wikipedia)

Als Standardwerk zum Verständnis der Sephardim muss die folgende umfassende Darstellung angesehen werden:


Shmuel Trigano (dir.): Le Monde Sepharde.
Paris: Seuil 2006
--- Bd. I: Histoire (1007 S., Glossar)
--- Bd. II:  Civilisation (815 S., Glossar)
Ebenfalls von Shmuel Trigano herausgegeben:
La civilisation du judaïsme.  De l’exil à la diaspora.
Paris: Editon de l'Éclat 2012, 400 pp.
Ausführliches Inhaltsverzeichnis: hier


Übersichtliche Zusammenfassungen bieten:
  •  Paloma Díaz-Mas: Sephardim.
    The Jews from Spain. 
    Übersetzung aus dem Spanischen von George K. Zucker. Chicago: The University of Chicago Press 1992, 235 S.
  • Georg Bossong: Die Sepharden.
    Geschichte und Kultur
    der spanischen Juden.
    München: C.H. Beck 2008, 129 S., Abb., Karten
  • J. Castaño con la colab. de R. Izquierdo y S. Palomero (ed.): 

    ¿Una Sefarad inventada? Los problemas de interpretación de los restos materiales
    de los judíos en España
    Barcelona: Herder Editorial 2014, 400 pp. --- Inhaltsverzeichnis abrufbar

JUDEN UND MUSLIME  --- Jüdisch-islamischer Dialog
               Medieval and Modern Imaginings of Judeo-Islam
                 Oxford Univ. Press 2017, 232 S.
                         --- mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

 Abdelwahab MEDDEB / Benjamin STORA (dir.):
Histoire des relations
entre juifs et musulmans des origines à nos jours.
Paris. Albin Michel 2013, 1162 S.

Im ehemaligen Judenviertel von Girona (Katalonien)
  • Haï m Zafrani: Éthique et Mystique. Judaisme en Terre d'Islam.
    Le commentaire kabbalistique du "Traité des Pères"
    de J. Bu-'Ifergan

    Paris: Maisonneuve et Larose 1991, 260 pp., Abb.
    (Text französisch und hebräisch)


Jüdische und islamische Philosophie im spanischen Mittelalter
Literaturauswahl: hier




Zu den Schwierigkeiten des Dialogs zwischen Juden, Christen und Muslimen:
  • Camilla Adang: Muslim Writers on Judaism & the Hebrew Bible.
    From Ibn Rabban to Ibn Hazm
    Islamic Philosophy and Science. Texs and Studies, Vol. XXII
    Leiden (NL) u.a.: Brill 1996, indices
  • Roger Arnaldez: Trois Messagers pour un seul Dieu.
    Spiritualités Vivantes 93. Paris: Albin Michel 1983, 267 S.

  • Míkel de Epalza: Jesus zwischen Juden, Christen und Muslimen
    -
    --- Frankfurt/M.: Lembeck 2002 / PDF-Ausgabe 2012
  • Hans-Peter Hebel: Christen, Juden und Muslime. Das Spanien der drei Kulturen.
    München: Bücherwerkstatt 2012, Kap. IV-V
    Leseprobe: hier

Weitere Bezugspunkte
CC 










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