Montag, 20. März 2017

Die Iberische Halbinsel nach 1492 unter christlicher Herrschaft: Mudejaren und Morisken (aktualisiert)

Im Zusammenhang der "reconquista" waren große Teile der Iberischen Halbinsel seit dem  13. Jahrhundert wieder unter christliche Herrschaft geraten. Muslime konnten dort oft ihren Glauben weiter praktizieren, waren jedoch auch Diskrimierungen oder auch Verfolgungen ausgesetzt. Man nennt die Muslime in christlichen Gebieten mudéjares (Mudejaren). 
Selbst nach 1492 brach die islamisch-jüdische Kultur trotz des brutalen Eingreifens der katholischen Könige nicht zusammen, sondern lebte in mancherlei vermischten (christlichen) Formen fort. Das hängt auch damit zusammen, dass nicht überall die Muslime vertrieben wurden, sondern durchaus vor Ort weiterleben und arbeiten konnten. 
Natürlich nahmen die Zwangsbekehrungen zu. Diese Gruppe der Konvertiten (= conversos) nennt man moriscos (Morisken). Sie praktizierten auch ihren alten islamischen Glauben teilweise im Geheimen weiter, bis es wieder zu einer Verfolgung oder Vertreibung kam. Interessant ist dabei, wie lange sich dieser Prozess hinzog. In Aragon kam es erst 1609-1611 zu einer größeren Deportation der Morisken.

Mehr zur religionsgeschichtlichen Bedeutung der 
Iberischen Halbinsel für den Trialog: hier

Die Aufarbeitung dieser komplexen Problematik geschieht u.a. im
Centro de Estudios Mudéjares in Teruel
, das mit der Universität Alicante verbunden ist.


Das Institut organisierte dazu bisher 13 internationale Symposien (seit 1975):
Symposio Internacional de Mudejarismo I - XIII
--- Vgl. besonders: --- XI Simposio Internacional de Mudejarismo. Actas.
Teruel, 18-10 de septiembre 2008. Teruel: Centro de Estudios Mudéjares 2009

Die Publikation Sharq al-Andalus. Estudios Mudéjares y Moriscos (seit 1995) ging aus der Zeitschrift
Sharq al-Andalus. Estudios Árabes (seit 1984) hervor.
Sie hat sich zu einem umfangreichen Jahrbuch geworden.
  • Mehr zu den Jahrbüchern "Sharq al-Andalus": hier 
  • Vorstellung von "Sharq al-Andalus" (deutsch): hier
  •   
    Beiträge von Luis Bernabé Pons (Universität Alicante)
    Weitere Literatur

    • María Soledad Carrasco Urguiti: El problema morisco en Aragón al comienzo del reinado de Felipe II. Estudio y apéndices documentales. Teruel: Centro de estudios Mudéjares 2010, 185 pp., índice  
    • Ana Echavarría Arsuaga:
      Hermanos y cofrades en la aljama de Toledo
      al principio del siglo XV 

      --- 
      Anaquel de Estudios Árabes 2015, vol. 26 163-185 (über academia.edu)
       
  • Trevor J. Dadson: Los moriscos de Villarubia de los Ojos
    (siglos XV-XVIII)
     
    Historia de una minoría asimilada, expulsada y reintegrada. Madrid / Frankfurt, Iberoamericana / Vervuert 2015, 2. rev. und aktualisierte Aufl., 864 S.
    --- Inhaltsverzeichnis / Indice
    --- Einleitung / introducción

      • Jocelyne Dakhlia / Bernard Vincent (dir.): Les musulmans dans l'histoire de l'Europe.
        Paris: Albin Michel

        --- I. Une intégration invisible (2011), 652 S.

        --- II. Passages et contacts en Méditerranée (2013), 656 S.
      • Fritz: Heimann: Tod oder Taufe. Vertreibung der Juden aus Spanien und Portugal.
        Hg., kommentiert und mit einem Vor- und Nachwort versehen von Julius Schoeps.

        Frankfurt/M.: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag 1992, 180 S. 
      • PETRUS MARTYR ANGLERIUS: Legatio Babylonica. Die Gesandtschaft nach Babylon. Edition, Übersetzung und Kommentar von Hans Heinrich TODT. Corpus Islamo-Christianum. Series Latina, Bd. 8. Wiesbaden: Harrassowitz 2015, 450 S., Abb., Index nominum
        --- Verlagsinformation mit Inhaltsverzeichnis: hier

        --- Rezension: hier
      • SCHMAUDER, Andreas / MISSFELDER, Jan-Friedrich (Hg.):
        Kaftan, Kreuz und Kopftuch. Religiöse Koexistenz im urbanen Raum
        (15.-20. Jahrhundert).
        44. Arbeitstagung.
        Stadt in der Geschichte Bd. 35. Ostfildern: Thorbecke 2010, 340 S.

        Rezension in "Sehepunkte" vom 15.04.2011

      Thematische Reisewege durch die Mudejar-Kunst

      Die Bleibücher vom Saromonte in Granada
      Eine seltsame Geschichte von Rechtfertigungen
      in islamischem Interesse:




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